NOL
Atalanta fugiens

Chapter 8

Section 8

worden iſt. Ja die ſechſte Zahl als die erſtere vollkommenſte / wird durch das eins vollkommen / und alsdann auch die zwey wann fie wieder in das eins gebracht worden / als in welchem E Friedt iu finden
Das
64 Zwey und zwantzigſtes Sinnbild von Geheimnuß der Natur.
Das weißbereitete Bley koche nach Weiber Art.
2
Zen und zwantzigſte Uberſchrifft. Wer ſich durch Kunſt bemuͤht kurtz vieles zu verrichtẽ / Der ſtreu Saturnum Schnee ins ſchwartze Angeſicht / Damit ein weiſes Bley kom̃ nach der Weiſen Dichten / Als wann die Arbeit gar allein das Weib verricht. Koch nach der Weiber Art / bring das Gefaͤß zum Feuer Und loͤß dein Gold recht auff in ſeinem eignen Weyher. (ideſt, Waſſer.) Wann
Zwey und zwantzigſte Erklarung. 67
Ann auff einer Landſtraſſen drey oder mehr Wege zuſammen
lauffen / ſo pflegt man eine Seule zu ſetzen die den Weg zeiget /
auff daß der reiſende Wandersmann nicht irren moͤge. Die Philofophi haben dem Kunſtſuchenden Artiſten ein gleiches bey ihrem Werck gethan / und allerhand allegoriſche Reden / denen er folgen Fönne / in ihre Bucher geſetzet / dergleichen eines vorſtehendes Emblema ift/parifien elehret wird / wie aus dem Philo ſophiſchen Erg ein Bley / und aus dem ley fernerhin ein Zinn bereitet werden koͤnte. Diß Bley nennet Geber ein weiſſes Bley / und zeigt zugleich 5 was Art das Bley durch Wa⸗ ſchung mit Mercurio (oder Queckſilber ) zu eine in Zinn zu bringen ſeye. Und dieſen Anzeiger / ob er ſchon ein Schwaͤtzer iſt / wird billich Glauben gege⸗ ben / wann er ſeine Philoſophiſche Kühe hervor bringet / und fraget / wohin man ſie doch treiben moͤge / wann die Berge irren / und ſie aus den Bergen. Arnold in novo lumine c. 1. gedenckt / daß viel auff denen Bergen irr⸗ ten und dieſe Thiere nicht erkenneten: Zuweilen werden fie gantz oͤf⸗ . ſchlechten Preiß verfauffet: Es findet ſich auff denen ho⸗ Gebuͤrgen auch in nee ommer⸗ Tagen zuweilen Schnee / auch öffters ein ſolcher Nebel (Wolcken) durch welche als in einem Dampff und Waſſer das ſchwartze Bley gewaſchen / und zu einer ſchoͤnen Weiſe ver⸗ wandelt werden kan: In denen tieffen Thaͤlern und Gruͤnden( Yruben aber zeiget ſich ein Eiß⸗Cryſtall / worinnen ein Frauen⸗Eiß und Talck verbor⸗ gen / welcher / wann er in Oehl 7 ar Geſicht weiß und ſchoͤn berei⸗ tet. Vor allen mag der wohl und klar bereitet ⸗ und lauffende Mer curius die ſchwartzen (Saturniniſche) Flecken vertreiben / und dieſelbe auff Jovis Thron (zur Weiſe erheben. Nicht verſtehe ich den gemeinen Saturnum oder Jo- vem, ſondern einen ſolchen der durch lange Zeit purgiret und zur geroöhn- lichen Arbeit wohl bereitet worden; dann es gehet Fein gemeines Metall in das Werck der Natur ein. Der Saturnus iſt aller · Heyden und Goldſuchen⸗ den Vatter / und die erſte Pforte der Geheimnuſſen. Mit dieſen / ſchreibet Raſis in Epiſt. werden die Pforten der verborgenen Wiſſenſchaff⸗ ten eroͤffnet. Dieſem folget Jupiter der den Vatter vom Thron geftofe ſen / und ihm feine Mannſchafft benommen / damit er keine Kinder mehr zeu⸗ gen koͤnne. Aus dem Maͤnnlichen Glied welches in das Meer geworfen ward / entſproſſete das ſchoͤne Weib die Venus: und aus Jove dem weiſſen Bley / ſtammen alle uͤbrige Planeten / als: Mars von Junone, Mercurius aus der Maja (des Mauritaniſchen Bergs Atlantis Tochter) Luna und Sol aus der Latona. Und allein dieſe vier werden allein durch eine ſchlechte Weiber Arbeit (Kochung) ans Liecht gebracht. Durch die Kochung vers ſtehe ich / die Zeitigung und der rohen 35 groben Theile Anaderiich e era 0
6 Zwey und zwantzigſte Erklaͤrung. Philoſephiſchen Glaß durchs Feuer bereitet werden. Nicht iſt es eine gemeine Kochung / die nach der Arbeit vorzunehmen / ſondern eine ſolche die nach ihrem 0 mit einer gemeinen Kochung einſtimmet. Dann gleich wie ein Weib / die ae in dem Waſſer weichet / ſiedet und kochet / und von aller ihrer überflüffigen Feuchtigkeit reiniget / alſo auch der Kuͤnſt⸗ ler / tractiret fein ſubjectum in feinem eigenen Waſſer / welches ſtaͤrcker iſt als der allerſtaͤrckeſte Eſſig / er zerſtoͤret es / machets weich / folvirts, coa- ulirts und figirts, und dieſes alles in Hermetis Glaß das da wohl ver⸗ ſchloſſen damit das Waſſer nicht daraus verrauchen / und das übrige in dem Glaß verbrennen moͤge. Dieſes Gefaͤß übertrifft alle andere / und iſt der Philofophen Topff und Schwitz⸗Bad worinnen die Alten ges ſchwitzet. Einige ſieden 1 Krebs, Erbeiß und dergleichen in zweyen in einander geſteckten Toͤpffen / fo daß in dem Oberſten davon die Fiſche gantz allein / im Unterſten aber das Waſſer iſt / doch wird der Topff von Seiten wohl verwahret / damit kein Waſſer oder Tampff hervor dringen kan / und hierdurch werden die Fiſche ꝛc. Erbſen ꝛc. noch weit beſ⸗ ſer als auff die andere gemeine Art bereitet; dann der auffſteigende Dampff vom Waſſer dringet durch den Boden und machet die Speiſen zart und weich. Die ſes nun iſt der Weiſſen Weg alle harte Dinge weich zu brin⸗ gen / das Compacte zu folviren/ ja alles Dicke dunn zu machen. Die Lufft als ein unbegreifflicher Dampff / zeitiget das Obſt auff ihren Stammen / und nicht das rohe kalte Feuer / und die Lufft bereitet / tingiret und färbet auch zugleich in der Heſperidum (des Atlantis Toͤchteren) Garten die guͤl⸗ dene Aepffel; Wann wir recht betrachten das Kochen mit ſeinem Auff⸗ wallen des Waſſers / als worinnen wir das Fleiſch bn Speiſe bereiten / ſo finden wir nichts anderſter in ſelbigem / als eine ſubtile Ausdaͤmpffung
und Verwandlung des Waſſers in die Lufft / dahero dann die Waſſer⸗ Blaſen nichts anderſter als eine Lufft im Waſſer verſchloſſen / zu nennen ſind / die da bald vergehen / wann die Lufft aus dem Waſſer wieder in ſeine Sphæram tritt und das Waſſer ſich in ſein 5 Centrum ſetzet.
Das
Drey und zwantzigſtes Sinnbild von@eheimnuf der Natur. 6
Das Gold fiel durch einen Regen nieder als Pallas zu
Rhodis ge bohren ward / und die Sonne buhlete r mit der Venus.
——
FEN 4
Recht Wunder iſis / 2 der kluge Griech be⸗ reibe
Was vormahls ſich in Rhodis hab gezeigt / Als einen güld’nen Thau / der Himmel von ſich treibet / Und Venus Leib die Vt, mit Eh bruch hinter⸗ „ |
Und Pallas wird des Jovis Haupt zertruͤmmern / So wird auf gleiche Art / das Gold als Regen wimern.
Sehr
68 Drey und zwantzigſte Erklarung. Ehr ohnbedaͤchtlich waͤre es wann man ſagen wolte / daß es Gold f auff die Erden geregnet hätte / wann nicht eine Allegorie und ver: borgene Redens⸗Art darunter verdeckt laͤge. Dann in denen Wolcken findet man keine Gold⸗Baͤche und Ertz⸗Gruben / viel weniger iſt ſelbiges von einem ſolchen leichten Gewicht / daß es durch die Daͤmpffe der Erden mag mit auffgehoben werden. So in die Hiftoria von der Pallade iſt / die aus dem Hirn Jove entfproffen ſeyn ſoll / oder: daß Sol (die Sonne) mit Venere im Ehebruch gelebet / alſo wahr iſt auch die⸗ fer guͤldene Regen. Iſt alſo dieſes wann es wahr ſeyn ſoll nicht nach dem Buchſtaben / ſondern alleine als ein Gleichnuß zu verſtehen. Dann die⸗ 5 Emblema ware das allerungereimſte Stück von der Welt / wer es alſo loſer dings verſtehen wolte / wo man aber feine Application darüber ans Haul wird ſich eine pure Warheit finden. Vor Zeiten nennte man die nſul Rhodis Ophiuſan / weilen fie eine groſſe und ohnzehlige Art Schlan⸗ gen hatte. Alsdann bekam ſie um ihrer vielen Roſen Gaͤrten wegen den Nahmen Rhodis / endlich wurde ſie Cooflicola genennet / weilen ſie das roſſe Wunderwerck der Welt / den Coloſſum oder das groſſe Sonnen⸗ Bild, fo nach aller Hitoricorum Meynung 70. Elen hoch geweſen / in das Meer geſetzet als durch welches Fuͤſſe das allergröffefte Schiff mit aus⸗ geſpannten Segeln lauffen koͤnnen. Deſſen Finger waren gleich denen Saulen / und wenige Perſohnen mochten deſſen Daumen umarmen. Der Kuͤnſtler dieſes groſſen Wercks war Chares Lyndius ein ehrſchuͤler Lyſippi, welcher es in 12. 55 geendiget. Nach 56. Jahren aber legte ſol⸗ chen Coloſſum ein Erdbeben zu Boden / welchen Soldanus ein König in Er pten als er Rhodis erobert / Stuͤckweiß mit 200. Cameelen (die alle chwer beladen worden) hinweg fragen laſſen. Was nun Sol unter dem Geſtirne iſt / das iſt nach der Weiſſen Meynung unter denen Metallen auch das Gold / dann dieſes wird ſeiner Krafft und Farbe wegen Sol ge⸗ nennet: und hierdurch iſt der güldene Regen erdichtet worden / als welcher der Generation der Sonnen beygeleget iſt / weilen die zarte junge Frucht von Venere ſtammet. Dieſe holdſeelige Venus fuͤhret Roſenrothe Wan⸗ gen / und ſo bald ſie dem Saamen der Sonnen einverleibet worden / ſo mag man wohl mit Warheit von ihr ſagen / daß ſie eine junge Frucht in Bhodis e Und dieſes iſt ſo dann die ſchoͤne rothe Roſen / der Weiſſen Sohn / der aller Augen und Gemuͤth an⸗ und zu ſich ziehet / ja der lieben wuͤrdig iſt; bey deſſen Geburt man auch nicht wundern darff / daß ich ein und andere Miracula ſehen laſſen / zumahlen er ſelbſten auch in al⸗ len feinem Thun Miraculos verführet und der den güldenen Regen erwe⸗ cket. Dieſer iſt Augir Sohn ein Kind der Sonnen der die Ochſen 75
we
Drey und zwantzigſte Erklärung: 65 welcher Miſtgrube Hercules in einem Tag geleeret hatte; und ein Bruder etæ der das Vellus Aureum (guͤldene Vließ) vom Jaſone erobert: Von Pallade fchreibet man / daß ſie bey „ ne Mutter aus des Nei Hirn entſproſſen / und dadurch den Nahmen Tritona erlanget ha⸗
Sie wird vor die Göttin und Regentin der Weißheit gehalten / weis len ſie ihren Urſprung aus dem Hirn hat / worinnen faſt die Weißheit ih⸗ ren Sig fuͤhret. Ihr Geburts⸗Feſt celebrirte zu Rhodis der güldene Regen / damit es ewig der Nachwelt zum Gedaͤchtnuß bleibe. Bey die⸗ ſem ſolennen Feſt wurden guͤldene 5 der guͤldene Regen war) a et / gleich wie bey eines groſſen Herrn Croͤnung / oder Ge⸗ burts-eft / man gemeiniglich zu thun pfleget. So gehet es bey der Ges burt Palladis. Dieſe iſt die 1 die in ihrer rechten Hand die Ge⸗ ſundheit / in der lincken aber den Reichthum halt ; und alleine auff des Menſchen Wohlſtand ſiehet. Dieſer hat Perſeus, das in Stein verwan⸗ delte t Meduſæ gelanget / ſo mit Schlangen an ſtatt der Haaren umwunden / und entſetzlich 5 8 war / ſich damit zu verwahren / und
ihre Feinde ein lee Volck gleichfam als mit einem Schild Hufen, damit wo ſie ſolches erblickten / zu Stein verwandlet würden. in Warheit fo machet die Weißheit und natürliche Philofophie ihre
unglaubige Feinde und ichter zu bloſe Stoͤck und Gloͤtzer / die ohne Verſtand 55. Von ihr iſt gebohren Chryſaor des obgemeldten Ge- ryonis drey Coͤrperichter Vatter / von welchem das zu Stein ver⸗ Blut Gergoneum kommt / ſo die Tinctur des Lapidis Philoſophici iſt.
20 Vier undswangigfkesSinnbild von&eheimnußderkTatur.
Den König hat der Wolff gefreſſen / und als er ver⸗ 8 brennet wurde / bekam er das Leben wieder.

=.
Vier und zwantzigſte Uberſchriff. Den Wolff mit groſſem Fleiß zu fangen dich bemuͤhe / Auff daß er freſſen moͤg des Königs edlen Leib:
Sey weiters auch bedacht daß ihn die Flamme ziehe / Und durch eee Krafft zum neuen Leben ee Wann oͤffters diß mit ihm wird angefangen / So wird des Koͤnigs Leib auch xoͤwen Stärckerlangẽ. e 8 Wie
Vier und zwantzigſte Erklärung. 7
efraͤſſig ein Wolff ſeye / iſt aus der Natur bekandt. Dann er
allt aus Mangel der Speiſen die Erde an und friſſet ſie / wel»
ches ihn ſo dick und Bay machet / daß wann er unter eine groſ⸗
ſe Heerde kommt und fie angreiffet nicht leicht geworffen oder uͤberwaͤlti⸗ werden kan / ja er überwindet allezeit das ſtaͤrckere. Kommt er in den chaafſtall / fo erwurget er nicht was feinen Hunger e er reiſ⸗
fet auch vor Geitz das uͤbrige zu Boden und toͤdtet es. Geheiliget iſt dem Apollo und der Latonæ was ihr zur Geburt 1 und hat ſie a. des Does Gegenwart nicht 7 * koͤnnen. Dahero man auch nicht ohnbillich dafür gehalten / daß ſie einen Wolff empfangen auch weilen noch uͤber diß deſſen Augen des Nachts leuchten und einen Strahlen von ſich werffen. Dieſem unerſaͤttlichen Vielfraß wird des Königs todter Leichnam dargeworffen / nicht daß er ihn verzehren und aufffreſſen ondern durch ſeinen eigenen Todt das Leben wieder geben und erwecken ſoll. Es ſtecket aber (ohnwiſſend woher) eine ſolche Anmuthigkeit in des Wolffes Schwantz verborgen / welcher / wann er dem halb entſeelten Koͤnig beyge⸗ bracht worden / allen Menſchen zur Geſundheit / und e voriger Geſtalt / dienlich. Die Hircanier zogen zu keinem andern Ende die Hun⸗ de auff / als daß fie ihnen ihre Coͤrper der Todten aufffreffen und weg ren muſten / wie Cicero gemeldet. Alſo thaten auch die Maflageten. Die Philofophi werffen ihren König dem Wolff dar. Die Sabzifchen Voͤlcker hatten den Gebrauch / die Todten auff die Art eines Unflats auff ihre Miſt⸗ ruben zu fuhren / welcher Begrabnuß auch der König. ſelbſten gewaͤrtig eyn muſte; Und die Troglodyten / banden ihres Todten Fuſſe an feinen Halß / trugen ihn zum Hauß hinauß mit Lachen und Schertzen / und wurf⸗ fen ihn wohin ſie wolten ohne Unterſcheid / und vergruben ihn. Die Weiſ⸗ ſen wolten nun hierinnen folgen / und nicht ehender ihren Todten begraben laſſen / biß er erſt dem Thier zu Theil geworden. Oder ſich der Indianer Art bedienen welche ihre zarte Jugend ihren Goͤtzen lebendig geopfert und verbrannt. Zwar haben jene Heyden mit ſolchem Opffer oder Ende alles Weſen des — san mit dahin er und fich keiner Auffer⸗ ſtehung weiters mehr getroͤſtet / dieſe unſere Weiſſen aber wollen ein weit höheres erkannt haben / und wiſſen / wann der todte Konig dem Wolff zur Speiſe erftlich gegeben wurde / er fich gantz verneu re / und als ein zarter — vom Todt erhebe und hervor trette / dahero auch der Wolff an einer ſtatt dem — zum Theil werden und verbrennen muß und dieſer iſt gar leicht zu toͤdten / weilen er feinen Bauch gar fehr beſchweret damit. b erlangt der todte Koͤnig ein neues Leben / und eine ſolche Martiali⸗ che Krafft und Schwanen Art / daß er weiters nicht verwundet noch ver⸗ letzt werden kan. Doch ſtehet hier zu fragen / wo der Koͤnig zu haben waͤre / 5 wann
72 Vier und zwantzigſte Erklärung. wann der Wolff gejaget wuͤrde. Und antworten hierauff die Weiſſen / daß der Wolff auff denen Bergen und in deren tieffen Thalern / in die irre gienge und Raub ſuchte / weß wegen man ihn aus ſeiner Hoͤlen holen / und zum kuͤnfftigen Gebrauch auffbehalten und verwahren muͤſte. Der König von Orient kommend / ft durch die lange Reiß gantz ermüdet zu Boden gefallen / und weilen er mit Schmertzen ſehen muͤſſen / daß bey fremden Voͤlckern er Fein Anſehen noch Ehr hatte / ſondern feines wenigen Vermoͤ⸗ gens wegen dienen muſte / fo gehet ihm vor Kuͤmmernuß die Seele aus daß er ſtirbt Der Wolff ſoll aus einer kalten Region und Landſchafft geholet werden / dann die Woͤlffe aus Norden find weit grim̃iger als die in Africa oder Egypten / dann ſie haben einen ſtaͤrckern Hunger durch die aͤuſſerliche Kalte / weder dieſe. Hier iſt der König gefreffen / er wird aber mit Loͤwens Krafft aufferſtehen / daß er alle Thiere uberwaͤltigen koͤnne. Und ob ſchon Ki Anſehen unter feinen Brüdern bey ihme dem juͤngſten gering iſt / fo ſchwinget er jedennoch ſich vor andern nach ausgeſtandener Marter und Qual auff den hoͤchſten Stuhl des Koͤnigreichs / wie Gratianus beym Rof- rio davon geſchrieben: wann er alſo heraus gebrochen: In der Alchymie findet ſich ein Coͤrper der vom H Errn zum Herrn getrieben wird / deſſen Anfang iſt zwar elend und mit Eſſig vermiſchet / aber am Ende empfindet er Herrlichkeit und Freude. Und Alanus daſelbſt: Es iſt aus allen Don ein eintziges zu wählen welches blau und braun iſt / eine metalliſch klar und fluͤſſige Geſtalt fuͤhrend / ſie iſt heiß und trocken / feucht und waͤſſerig / ein Oehl des Lebens und eine lebendige Tinctur, ein Mineraliſcher Stein und ein Agua Vita von ohngemeiner Wuͤrckung. Nicht gar ſicher kan ein König auſſer ſeinem Lande reiſen / dann wann er erkannt worden / und jedennoch nicht be⸗ kannt ſich geben wolte / doͤrffte es gar leicht erfolgen / daß er vor einen Ver⸗ raͤther angegeben und in feines Feindes Hande geliefert / ja ins Gefaͤngnuß gar geworffen werden moͤchte / und ſo ihm ſeine Freunde ohne Krieges⸗ Macht ſchon folgen ſolten / ſo moͤchte ihnen ein gleiches begegnen / welches auch dieſem König aus Indien zu Hand geſtoſſen / oder wann er nicht dem Todt ſo balden vorgebeuget / zu Handen kommen koͤnnen. Und diß iſt der Philoſophorum erſtere Arbeit daß ſie ſublimiren / waſchen und reinigen: ohne dieſes mag das zwey und dritte nicht mit Nutzen geendet werden: ja ohne ſolches kan der Kleinmuͤthig und Schlaͤfferig⸗Schwache nicht geneſen. Er muß erſtlichen von denen Unterthanen Schoß fordern / wann er noͤthige Kleider haben will / und ſo dieſes geſchehen / iſt er reich genug allen ſeinen Unterthanen neue Kleidung mitzu⸗ theilen / ſo offt und wann er will. Groſſe Sachen haben mehrentheils einen ſchlechten Anfang / alsdann mögen auch die kleinern nachgezogen und erhoͤhet / oder gröffere da⸗ durch nieder getrucket und verringert werden. Ein wahr Exempel ſtellen uns die groſſen Staͤdte / welche Anfangs klein geweſen / durch groſſer Herren Regierungen aber ge⸗ wach ſen und vergroͤſſert worden. Der
SänffundswangigftesSinnbild von Heheimnuß der! Tatur. 7: Der Drach ſtirbt nicht / wann er nicht von dem Bruder und der Schweſter getödtet wird / welche Sol und Luna find.
*
Te A 2 * 8
* ar]
2122 SF Br DE
ee — Ina Fuͤnff und zwantzigſte Uberſchrifft. Nicht ein geringes iſt den Drachen zu beſiegen / Damit kein neuer mög’ von ihme aufferſteh n; Wann beyd Geſchwiſter ihn mit Bruͤgel recht bekriegẽ So muß ſein wilder Wuth mit Macht zu Grunde ehen.