Chapter 6
Section 6
(
E3 Hier
46 Sechzehendes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. Hier iſt der geflügelt und ohngefluͤgelte Low.
Sechzehende Uberſchrifft.
Der tapffer Held der Loͤw / gantz ohnerſchrocken ſtreitet /
Und nur aus falſcher iſt / zuweil n die Flucht tritt an;
Soll deine Loͤwin auch zum Streit recht ſeyn bereitet / So muß befliegelt ſie / erlegen ihren Mann. Er aber pflegt allzeit gantz ohnbewegt zu ſtehen /
So heiſt die Natur ar auch hier zu Wercke ge⸗
.
Es
Sechzehende Erklaͤrung. 2 47
und Vorzug hat / nicht zwar feiner Groß und Staͤrcke wegen / ſondern / weilen er dieſelbe an Tapfferkeit des Gemüthes uͤber⸗ triffet. Auff der Jagdt wendet er dem Feind den Ruͤcken zu /
und gehet nur Schritt weiß zuruck. So aber deſſen Feind noch entfernet ehet / eylet er zur Flucht / und r Schwantz ſeine Fußſtapf⸗ en aus / damit man deſſen ſchandliche Flucht nicht vermercken ſoll / doch ſpringt er nicht in ſolcher feiner Flucht. Seine Beine ſollen alſo feſt anein⸗ ander ſtehen / daß ſie Feuer geben / En dem Stahl der vom Stein ge⸗ ruͤhret iſt. Und von der Sonnen Eigenſchafft wird feine Natur erfreuet. Mit Anfallen und Hitze übertriffter alle andere Thiere / als wie die Sonn die Sterne. Im Streit halt er ſeine Augen offen / und ſtrahlt mit feu⸗ rigen Augen ſeinem Feind ins Angeſicht / daß er gantz verblendet wird. Wunde dhwin ihre Junge befchüget im Streit / hält ſie ihre Augen be⸗ Baal nach der Erden damit fie nicht vors Jagers Spieß ſich entſetze. Der Loͤw ſtraffet mit allem Grimm der Loͤwin Verbrechen / wann ſie ſich mit einem Panther⸗Thier vermiſchet: weßwegen fie auch ſolche That in einem Fluß abwaͤſchet / damit der Geruch von ihr das Laſter nicht entde⸗ cken moͤge. Oder: ſie gehet mit dem flüchtigen übelthäter gar davon Ei⸗ ne wunderſeltzame Natur füͤhret dieſes grimmige Thier / davon auch die Weiſſen ge eden geführet / und es ihrem Werck vergli⸗ chen. Abſonderlich wann ſie darm it dargeſtellet / daß der Loͤw ein beftans diges Thier ohne Trug und Argliſt ſeye / und ihre Arbeit darnach einge⸗ richtet / dann wie der Low nicht davon fliehe / ſo ſeye auch ihre Arbeit be⸗ aͤndig. Seine Knochen waren feft geſchrencket / ihre der Weiſſen Ars eit waͤre ebenfalls ohnbeſieglich fir- Und wie die Loͤwin nicht jederzeit vom Ehebruch frey ſeye / alſo auch die Luna oder der Mercurius durch ohn⸗ erfahrne Laboranten üble Arbeit oͤfftershin beſudelt werde / dann durch ihre hin und wieder erwaͤhlte ohngereimte Materien und falſche Compofi- tionen würde mehr eine ehebrecheriſche Conjunction und Verbindug ge⸗ ſtifftet / als ein wahres Eheband geflochten. Die Jungen einer Loͤwin und eines Panther⸗Thiers / ſind nicht von ſolchen rauhen Locken um den Halß und ihren Fuͤſſen / als andere von zwehen Loͤwen. Die Philofo- phiſche Loͤwin wird einem eigenen doͤwen zugefuͤhret / damit ſie rechte Jun⸗ ge bringe / die aus den Klauen zuerkennen ſind. Doch iſt es nicht eine ge⸗ meine En ſolche Loͤwin / die Flügel führe und flüchti 55 auff daß wann fie mit ihrem Loͤwen in den Streit geraͤth / fie fich ſolcher Fluͤchtig⸗ keit gebrauchen moͤge / anderſt ſie zu Boden liegen ſolte / wann durch ſtren⸗ gen Zorn ihres Loͤwens ſie allein die Flucht ergreiffe. Nachdeme aber fi
e mit
48 Sechzehende Erklärung. | mit der Flucht verweilet / fo erwecket fie in ihres Löten Hertz ein folches Liebes⸗Feuer / daß nach abgelegtem Streit in ein feſtes unvertrennliches Freundſchaffts⸗Band verkehret wird. Doch moͤchteſt du wohl fragen / wer jemahls eine Loͤwin mit Fluͤgelen gefunden ? oder was die Federn der Loͤwinnen nutzten? 5 Beotia nahe an dem Cychærons- Berg liegt ein tieffes Thal / wo alle Löwen beflügelt zu ſehen: und auff des Berges Spi⸗ tze findet fich ein ow der ſich roͤthet / deſſen Geſchlecht vormahls Hercules erleget. Derohalben fanget dieſen Loͤwen und fuͤhret ihn ſeiner rechten 26» win ins Thal zu / ſo werden fie ſich alfobald vereinigen / und fie ſelbſten , wird ſich uͤberwinden laſſen. ann nun diß geſchehen / fo ſublimire v beyde aus dem Thal auff des Berges Spitzen / ſo werden fie beyde nimmer⸗ „mehr von einander getrennet oder ee werden koͤnnen. Zwar iſt nicht zu laugnen / daß die Löwen Jagdt gefährlich anzuſtellen iſt / doch mußfie derentwegen nicht verſchlagen werden. Der Loͤw ſpeiſet nie mit 5 ero auch ein jegliches von ihnen allein gefangen wird. nd wann beyde noch in ihrer zarten Jugend / vom zweyten Monat ihrer Geburt an gefangen und erzogen / auch nachgehends zuſammen geworffen und Me werden / iſt alle Gefahr dadurch abgewendet und benom⸗ men. Sie fallen (werden jung) im Fruͤh⸗Jahr mit offnen Augen / und
damit der alte Loͤw bey auswaͤrtigen Wegen nicht dieſelbe in dem Neſt noch ergreiffen moͤge / ſo A fie beyzeit hinweg und ver⸗ wahre ſie. |
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Siebensehendes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. 49 Den vierfachen Creyß / regieret das Feuer.
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ſebenzehende Uberſchrifſt. | Solt du das Rund * Vorbild dir erwaͤh⸗ en
ö So ſuch der Coͤrper vier / da Feuer in regiert / Der unterſt iſt Vulcan / zum zweyten mag man zehlen / Den flüchtigen Mercur / der dritt die Lunam führe, Zu hoͤchſt Apollo kommt; doch ſind fie eines Weſen / Und eine ſolche Kett muſt du dir außerleſen.
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50 Siebenzehende Erklärung:
| % Weiſen der Spagyrifchen Zunft / haben von viererley Arten euers Meldung in ihrer Kunſt gethan / als Lullius der Author
der Scalæ, Riplæus und andere mehr. Dahero auch gedachter
| Lulliusin der Scala alfo ſchreibet: Su mercken iſt es / daß wies derwaͤrtige Operationes allhier verborgen liegen · Dann gleich wie das Feuer einen Spiritum eines fixen Eörpers in ein Waſſer der Wolcken ausſchlieſſet / und den Coͤrper eines flüchtigen Spiruusin eine congelirte Erde ſetzet ; Alſo wird durch wieder waͤrtige Dias tur des Feuers der auffgeloͤſte Spiritus des firen Coͤrpers in eine Rundung der Erden verwandlet / und der Coͤrper des flůchtigen Geiſtes (Spiritus) loͤſet durch die wiederwaͤrtige Natur des Feu⸗ ers das fixe auff / nicht zwar in ein Waſſer der Wolcken / ſondern in das Waſſer der Philofopben.Riplzusin der 3. Pforten ſeines Tractats ſchreibet deutlicher von dieſem Feuer / wann er meldet: Es ſind vier Ge⸗ ſchlechte des Feuers / ſo der Kuͤnſtler wiſſen muß / als ein natuͤr⸗ lich und ein ohnnatuͤrliches / eines ſo gegen die Natur ſtreitet / und dann auch ein Elementariſches ſo das Holtz verzehret. Und die⸗ fe Feuer gebrau ! en wir / auſſer dieſen keines. Das Feuer ſo gegen die Natur ſtreitet muß die Coͤrper quaͤlen / dann es iſt der Brach der da hefftig brennet wie das Feuer der Hoͤllen. Das natürlis che Feuer iſt das dritte Henſtruum ſo in allen Dingen innerlich ver: borgen lieget: Das zufallige Feuer nennen wir das ohnnatuͤrlich / als die Waͤrme einer Aſchen und des Balnei, die allein zum parrefici- ren gebrauchet werden. Ohne dieſe Feuer bringſt du nichts zur Putrefaction daß fich deine Materiſcheid und zur neuen conjunction oder Verbindung geſchickt mache. Mache derowegen dein Feuer in das Glaß / ſo wird es deſto hefftiger als das elementariſche Feuer die Coͤrper zerbrechen / und diß obangezogene Philoſophi. Feuer werden fie genennet von ihrer feurigen Krafft / die natuͤrlich kochet / ohnna⸗ türlich folviret / wieder die Natur zerſtoͤret / und elementariſcher Weiſe die Waͤrme und erſtere Bewegung giebet. Und alſo wird in ſolchem eine der⸗ maſſen regulirte Ordnung gehalten / daß das zweyt vom erſteren und das drittere vom zweyten das vierdte aber vom dritteren zugleich mit dem erſte⸗ ren regieret und zur Bewegung gebracht worden / dahero das eine agens (das wuͤrckende) das andere das pariens (leytende hauch agens und patiens zugleich / doch mit Unterſcheid des Verſtands / genennet werden mag. Was bey eiſſern Ningen oder Stifftern der Magnet verrichtet / wann durch bloſ⸗ ſes Anruͤhren deſſelben / ſolche aneinander gehaͤnget / und als eine Ketten zuſammen gefuͤget werden / ein ſolches verrichtet unter dieſen unſeren Feu⸗ ern der Philoſophen das Elementariſche allein / dann es ſchicket feine dent
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Siebenzehende Erklärung. gi durch das zweyte und britte in das vierdte / und theilet jegliches von ſelbigen feine. Krafft dem andern mit / daß es mehr und mehr verbinden könne / biß alle innerliche Wuͤrckung der Oberen volhracht worden. Das erſtere Feuer iſt das Elementariſche nach feiner Würdung und Bewegung: Das zweyte iſt das Luff- Feuer: Das dritte das waͤſſeri⸗
fo des Mondes Eygenſchafft unterthänig und das pierdte das irrdiſche. Vom er⸗ ſteren iſt weiter nichts ee es von jeder man erkannt und geſehen wird. Die drey ander en find die Drachen / die Menſtrua, Waſſer / Schwefel und Mercur ii Dra⸗ chen heiſſen fie wegen ihres in ſich führenden Giffts / fie freſſen die Schlangen ihres Ge⸗ ſchlechts / und treiben und verändern / das iſt / lolvnen und coaguliren die Cörper / fo ihnen zugeſetzt worden. Meuſttua find fie genannt / weilen aus ihnen die Ph:lofophifche Geburt hervor gebracht und geſpeiſet wird / biß fie zur Geburt kommt. Lullius im Buch de Quintia Eſſenza det 3. Diſtinction, meldet von einem doppelten Menſtruo, deren eins vegerabilifch das andere aber mineraliſch iſt. Riplæus in der Vorrede feiner Pfor« ten gedencket von 3. welche jedoch in der That nur eins ſind und in eines lauffen. Aus dieſem allen aber entſpringet die Generation und Frucht / und das weiſſe Waſſer / ſo nicht in der lubſtautz der Frucht / ſondern ein purer Aus wurff iſt / und abgeſchieden werden muß / gehet vorher · Waſſer heiſſet es / weilen es im Schmeltzen in dem Feuer als ein Waſſer fleuſt. Bekannt iſt es / daß verſchiedene Arten der Waſſer gefunden werden / davon einige alles zu einem Stein machen / und den haͤrtiſten Taffſtein / worvon die koſtdaren Gebaͤue gezier et werden / generiren. Und dieſen gleichet das Pbiloſophiſcht Mineral - Waſſer / fo da alles auch der haͤrtet und zu Stein machet. Schwefel werden fie von ihrer lulphutiſchen Natur genennet / den fie in ſich fuhren. Dann der Natur⸗ Schwefel vermiſchet ſich mit dem andern / und wird mit ſelbigen eins / da dann dieſe iwen von einem Ding (olvirer/ und eines von zweyen wieder geſchieden worden: find alfo die Schwefel in den Schwefeln verborgen / wie Yximidius in der Turba ſpricht: Was aber eigentlich die Schwefel ſind? erklaͤret auch daſelbſt Dardarius mit folgenden Worten: Die Sulphura oder Schwefel ſind das verborgene beben in denen vier Ele⸗ menten / welche ſich / (wann ſie durch Die Kunſt extrabitet werden) in ein ander gang natürlich verbunden und vereiniget haben. Wann ihr aber das Verborgene in dem Bauch des Schwefels mit Waſſer regieret und wohl reiniget / ſo wird das Verborgene fo feiner Natur entgegen kommt / mit ſammt dem Waſſer von feines een erfreuet. Moſius ſchreibet alfo Ich will euch jetzo offenbahren was es ſeye. Eines iſt das feurige Queckſilber / das andere fein Corpus / das dritte aber das Schwefel⸗Waſſer / wodurch es gleichſam abgewaſchen / in eines verſchloſſen und alſo lang regieret wird / biß das Werck zum End gelauffen Was nun hier von denen Schwefel gemeldet worden / iſt auch ebenfalls von ihren Mercurii zu verftehen: Alſo faͤhret Motius noch weiters ſort: Das lebendige Queckſilber (Cambat) iſt die Magaeſſa. und das lebendige Queckſilber oder Auripig men- tum iſt der welcher von einem zuſammen 9 und vermiſchten Weſen auffſteiget. Weilen aber deren Exempel unzehlich viel zu finden find / ſo ab- ſtrahite meines Orts. Dieſe vier 9 werden in ihren Sphzris und Welt: Kugeln eichſam als verſchloſſen gehalten / welche uns zum Vorbild Helen / daß ein jegliches ein beſonderes Centrum führe / in welchem feine ſelbſt eigene Bewegung zu ſehen / die
zum Theil aus der Natur / zum Theil aber aus der Kunſt entſpringen / und mag
feines ohne das andere etwas nuͤtzliches vollbringen. Eines wirckt ins andere vor und gegen ſich.
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52 Achtzehendes Sinnbild von Geheimnuß der Yacur. Das Feuer liebt das N Verguͤlden das
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Achtzehende Uberſchrifft.
Die Kraͤfften der Natur das Rund der Welt regieren / Und wuͤrcken ſolche Macht / daß alles ſich vermehrt: Die ſcharffe 2 er pflegt ſolchen Weg zu
fuͤhren . Daß alle Coͤrper ſie verzehret und umkehrt. Doch nicht das Gold — auch nicht die Feuers amme Allein die Krafft in ihm und deſſen edler Saame. 2
Achtzehende Erklärung. 52 „S wurcket in allen unzertheilten Dingen dieſer Welt die Natur gantz eintzelich und ſchlecht in eines / wie bey den Menſchen zu ſe⸗ hen / da ein beſonderes Maußlein die Hand im Ausſtrecken / ein anderes aber dieſelbe im Einziehen regieret / ſo / daß wann die Hand beweget wird / viel Muſculi oder Waußlen, die gleichſam in eis nem Circul beyſammen liegen / dieſelbe lencken und fuͤhren. Des Feuers Amt beſtehet auch in einem / daß es warm mache und brenne. Ja dieſes ziehet an ſich und verbrennet alles was zerſtoͤrlich iſt. Dahero auch Avi- cenna im Buch de Congelatione Lapidum folgendes meldet: Was in die Saltz⸗Gruben faͤllet wird Saltz / und was ins Feuer kommt wird zu Feuer; doch eines langſamer oder geſchwinder als das andere / nachdeme nehmlich das agens oder wuͤrckende feine Macht / oder das patient und leydende feine . und Staͤrcke bezeiget und ſich zwingen laͤſt. In Arabia findet ſich ein Ort / der allen Dingen ſeine Farb giebt / haben alſo alle natuͤrliche Sa⸗ chen eine Krafft in ſich verborgen / welche in das jenige was ihnen zuge⸗ fuͤget wird alſo wuͤrcken / daß es ihre Art bekommt / oder gar verwandelt wird. Wie an denen Kraͤutern und Thieren zu erſehen deren Wachs⸗ um und Vermehrung in ihrem Saamen und einigem Vermiſchen be⸗ 6 Das groſſe Himmels⸗Liecht die Sonn wirft ihre Strahlen 1 die Erden / welche fo fie in einem holen Glaß oder Brenn⸗Spiegel gefaſ⸗ ſet und geſammlet worden / der Sonnen ſelbſten gleichen. Hieraus nun iſt zu ſehen / daß die Sonne eine groß ausgedehnt · und ausgeworffene Flam⸗ me 14 welche wann ſie durch die Glaͤſſer gefaſſet und gebunden wird / leuchte wie eine Feuers Flamme / und was ihr unter den focum kommt / verbrenne. Gleiche Krafft Strahlen gehen aus den Elementariſchen Coͤrper / die / wann ſie gefangen und in eines verbunden ſind / ſich in ein Waſſer / das nachgehends zur Erden wird / verwandlen laſſen. Dahero vorig angefuͤhrte Avicenna im allegirten Ort noch weiters ſchreibet Aus Waſſer wird die Erden / wann es die Krafft der Erden übers windet / und aus Erden wieder Waſſer. Diß iſt aber eine Sa⸗ che der Tieffſinnigen / die da ſuchen etwas trocken ein zu coagulir⸗ ren / das von zweyen Waſſern componiret iſt / und nennen es Jungfern Milch / welches auch in Warheit iſt. Einige finden 2 die verſprechen des Magneten Krafft zu verdopplen / deren ich auch geſe⸗ Fi daß einerdarvon mit einem Pfund Magneten Stein im filbern Ge⸗ aß 28 Pfund Eiſſen / welches ein Ancker §ͤauffgehoben und gehal⸗ ten / welches aber ohnmoͤglich alſo ins Werck geſtellet werden Fönnen / wann er nicht geſtaͤrckt geweſen. 2 zu glauben iſt / daß die zuſam⸗ 3 men
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WENN Achtzehende Erklärung. men gefallene Strahlen feiner Krafften aus dem Polo und Mittel⸗Punct geſproſſen / als worinn das gröffere lich in ein kleineres Corpus zuſammen gezogen. Andere hinwiederum behaupten / daß man einen Saturniniſchen Stein aus dem guͤldenen O Saturni bereiten / in den Mercurium Vulgi verſchlieſſen / und alſo lang darin erhalten koͤnne / biß er gantz darinnen ausgekocht und coaguliret iſt / dieſer verkehre allezeit den gemeinen Mer- curium in das Bley. Noch andere wollen in einer Zeit da man ein Ey iſſet / durch Huͤlff des Antimonü oder deſſen Signat- Stern / Kupffer aus des Kupffers Rauch bereiten / ja alle Metalla durch ſolche Art tractiren. Diß alles ſtehet zu glauben / ob es mir ſchon ohnglaublich fallt. Einige find allzufrey und wollen Gold aus Gold bereiten / nach jenes Porten theu⸗ ren Worten: Hordea cui Cordi demum ſerit hordea, in auro ſemina ſunt auri. Es hat zwar ein jeglich Ding eine Krafft ſich ſeiner Natur nach zu ernehren / alleine man findet es allein in denen Vegetabilien und Animalien; bey de⸗ nen Metallen / Mineralien / gegrabenen Erdreich / Meteoris und anderen aber ſieht mans nimmermehr. Einige Gewaͤchſe ob ſie ſchon von einem gantz kleinen Koͤrnigen entſproſſen / vermehren ſich doch alſo ſehr / daß ſie ſich in odo. und mehr Körnern ausbreiten und jährlich fortpflantzen. Auch die Thiere haben ihre Junge / und generirenfich nach ihrer Art es 270 oder wenig. Gold / Silber / Bley / Zinn / Eiſſen / Kupffer und le⸗
dig Queckſilber aber / multipliciren fich keines Wegs auff ſolche Art / wañ auch ſchon zuweilen eines in das andere verkehret und verbeſſert wird.
Es lehren aber die Natur⸗Verſtaͤndige / daß im Feuer der Urſprung zum (feuren) heitzen ſeye / wie im Gold die Krafft zum uͤberguͤden. Die Tin- &ur aber muß geſuchet werden auff ſolche Art / woher das Gold gekom⸗ men. Und Dieſes erlanget man in ſeinem eigenen Urſprung / als worin⸗ nen es gewachſen / und in keinem fremden Ding. Dann wann das Feu⸗ er / ein Feuer der Birnbaum einen Birnbaum / das Pferd ein Pferd / generirtt und hervor bringt / ſo giebt das Bley auch ein Bley und kein Silber / das Gold ein Gold und keine Tinckur. Dieſes Gold iſt denen Weiſen allein bekandt und eigen / und laugnen ſie mit nichten / daß ſie es am Ende ihrer Arbeit zu einem kerment noͤthig. Dann das Ferment
