Chapter 3
Section 3
18 Sechſte Erklärung. cket werden / fo denen Weiſſen allein bekannt. Die Philoſophi ſtatuiren / daß ihr Gold in eine meiß-geblätterte Erde geſaet wurde / mit welchen wir erinnert werden / daß die Saat des Weitzens zu beobachten ſehe. So auch der Hr. Autor im Track. vom Weitzen / und Jodocus Grever in ſei⸗ ner Beſchreibung dargethan und erwieſen. Dann beydes den Feldbau und die Bereitung der Tinctur, ſtellet er uns deutlich mit der Saat des Weitzens vor. Zwar iſt denen Ackers⸗Leuten wenig mit einer weiſen Er⸗ den gedienet / doch nutzen ſie die 1 wohl / als welche eine Fettigkeit beſitzet. Die Natur⸗Kuͤndiger und Weiſen aber bedienen ſich der weiß⸗ eblatterten Erden / das iſt / einer ſolchen Erden die wohl bereitet iſt. Die⸗ e wiſſen fie recht zu bereiten und zu dungen / wann ſchon der Ackersmann darinnen unerfahren. Es iſt aber die Saat eine Fortpflantzung des Erd⸗ reichs / in welcher das jenige fo nicht beſtaͤndig ohnvertheilet bleiben kan / auff eine beſondere Art erhalten wird. Bey denen Menſchen und Anima- lien verrichtet es allein die Natur durch zwey vertheilte ſubjecta in einem Geſchlecht / ſo Mann und Weib ift- dem Regno Vegetabili, als Samen ung Gekraut / iſt es allein der Saamen / fo beyder Geſchlecht zu⸗ gleich in feinem Centro fuͤhret. Mit denen Metallen aber hat es eine gantz weit andere Beſchaffenheit dann in ſelbigen wird aus einem einigen Ein⸗ fluß oder Tropffen eine gantze Linie / aus der Linie weiters eine ſuperficies oder Weite / und endlich ein Corpus bereitet. Diß Punctum oder Troͤpff⸗ lein hat bereits ſchon vor der Linie und deſſen Breite oder Coͤrpern das Ge⸗ ſtiern gearbeitet gehabt / weilen es von ihme entſprungen iſt. Die Aus⸗ dehnung verordnet die Natur durch eine lange Zeit / das iſt: Es hatte der Fuer Phebus auff Erden einen Sohn gezeuget / welchen Mercurius dem Vulcano und Chironi auffzuerziehen anvertrauet / ihn in Fünftlichen Handgriffen zu unterrichten / wie Achillem der von Thetyde ſeiner Mut⸗ ter in dem Feuer verborgen / und dadurch die Flamm zu ertragen gelehret worden. Dieſer tapffere Achilles wurde unter anderen vom Chirone feinem Lehrmeiſter in der Muſic und dem e era ; und wei⸗ len auch Achilles uns das Philofophifche ſubjectum mit vorbildet / als durch welchen mit Beyſtand feines Sohns Pyrrhi das Troja erobert worden / wie in der Hieroglyphiſchen 6. Figur zu ſehen / fo fuhren wir nicht ohne Ur⸗ ſach hier die S ing Kunſt mit an / ſo Achillem mit feinen Tugenden bemer⸗ cket. Dann hat allein die Muſica das Lob eines ſolchen Helden vorbilden konnen / was ſolte nicht auch dieſes unſer vorhabendes Wercklein thun. Lafe ſet alſo die Engel G Ottes des Hoͤchſten Lob erhoͤhen wie die H. Schrifft gedencket:) Und die Himmel freuen ſich (nach a des weiſen Pythagorz) und erzehlen die Ehre GOttes (wie David der König ſpricht:) Freuen mulſen ſich die Götter der freyen Kuͤnſte / der Apollo und die Poeten, ja groß und kleine / und wann wir uns freyen ſo iſt es billich. Es
Siebendes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. 19
Es wird ein Junges das aus dem Neſi flieget / und . wieder in das Neſt faͤllet. Bi:
——
r 7 „ 3 —— Siebende Uberſchrifft. Wann junge Voͤgel ſind / auff jenes Berges Spitzen /
Von Jovis treuem Hahn / ins Leben aus gebruͤht / So ſchwingt der Leichte ſich / muß aber wieder ſitzen / Weil ihn der Kleinere ins Neſt zuruͤcke zieht:
Wilt du den Coͤrper nun zum Fliegen dir bereiten / | So gib ihm einen 3 / und Flügel an die en,
\ il
B 2 Was
*
20 Siebende Erklärung. As der Medicorum Vorgaͤnger Hippocrates von der vielen Feuchtigkeit des menſchlichen Leibes geſchrieben / iſt allzuwahr / wannenhero auch viel und mancherley Kranckheiten ſich bey de⸗
nen ſelben mercken laſſen. Die Elementa haben gleiche Beſchaffenheit; dann ware nur ein eintziges / fo würde auch allein nur ein einig unveraͤn⸗ derlich Ding in dieſer Welt ſeyn und nichts gefunden werden / was ei⸗ nen Wechſel braͤchte: die Fortpflantzung und Erſterbung derer Dinge waͤre gantz vergebens / ja weder Lufft ziehen / Mineralia nachpflantzen koͤn⸗ ten je geſehen noch ein eintzig Thier jemahls in der Welt gefunden wer⸗ den. Nachdeme aber dem hoͤchſten Schöpffer gefällig geweſt / dieſen Welt⸗Bau aus vielen und unterſchiedenen Dingen zu bauen und zuſam⸗ men zu ſetzen / hat er gar weiß⸗ und meiſterlich das leicht und ſchwere / das warm und kalte / feucht und trockene aus einander geſchieden / und in ſei⸗ ner proportion verglichen / und dadurch eine ſolche genaue Verbind⸗ und Verknuͤpffung geſtifftet / daß viel und manchfältige Corper an den Tag gekommen / die nach ihrer Eigenſchafft / Krafft und Tugend nun wohl zu unterſcheiden ſeynd. Es ſeynd aber einige Elementa unvollkommen / gemiſcht und leicht als Feuer und Lufft; einige aber ſchwere als Waſſer und Erden / die jedoch ein ſolches gleiches Temperament unter ſich ſelb⸗ ſten führen / daß keines dem andern weichen noch entfliehen kan / ja viel⸗ mehr faſſet und verbindet eines das andere / daß das nahe ihm noch naher werde. Die Erde iſt der Lufft entgegen / und das Waſſer dem ar; doch aber iſt das Feuer ſeiner Hitze wegen der Lufft gleich / und um ſeiner Trock⸗ nung willen der Erden nahe. Hier ſiehet man wie alles doch mit Freund⸗ chafft verbunden / keines trennet ſich vom andern / ſondern wann das eine üchtig / fo ziehet es das ſchwerere mit empor / und wann das ſchwerere den Preiß und Vorzug halt / ſo muß das leicht und flüchtige ſich binden laſſen. Welches uns gar deutlich beyde Adler deren einer Fluͤgel hat / der andere aber ohne Fluͤgel / aus derer Philoſophen Buͤchern vorſtellen. Bey dem Kampff der Falcken mit den Reyhern findet man ein wahres Exem⸗ el hiervon: dann dieſer hat den Vorzug vor jenem wegen ſeines ſchnellen ugs / jener aber die S taͤrcke vor 2 daß er alles mit ſeinen Klau⸗ en bezwingen und zerreiſſen mag; doch fallen endlich beyde zu der Erden nieder und der ſchwerere truckt den leichtern zu Boden. Ein Gegen⸗ Ea iebet uns des Turantiſchen Philofophi Architæ funſtlich geſchnitzte auben / die ſich ſelbſt beweget / als an welcher das ſchwere Holtz von der leichten Lufft / ſo in ihr verſchloſſen worden / in die Hohe ſteigt und gleich⸗ ſam flieget. In der (hymiſchen Operation haben die Flüchtigen den Vor⸗ ug vor den Fren, doch werden fie durch die Tugend derer Fixen endlich überwunden und gebunden. Mit der Zeit küͤrtzen ſich des Adlers Fluͤ⸗
gel /
Siebende Erklärung. | 21
gel / und wird aus zweyen Voͤgel ein groſſer Strauß erwachſen / der das Eiſen verdauen kan ſeine ſchwaͤre Laſt trucket ihn zu Boden und halt ihn auff der Erden / N er nimmer hin ſich in die Lufften ſchwingen kan / ſo koſtbare Fluͤgel er hat. Von dieſem und anderen dergleichen Voͤgel ſchreibet Hermes und der Author Auroræ im 5. Cap. alſo: Ich betrachte den Vogel / der von den Weiſen geehret wurde / und fand daß derſelbe im Widder / Krebs / der Waag und dem Steinbock fliegen konte. Derohal⸗ ben mache dir ſolchen beſtaͤndig aus lauter Mineralien und felſigten Gebuͤr⸗ gen. Von eben ſolchen fehreibet auch Senior in Tabula, wo beyde geſehen werden fluͤchtig und ohne Federn / da einer des andern Schwantz mit dem Schna hält damit ſie nicht zu trennen ſind. Und diß ift der Natur Erfinderin / daß allzeit das ſchwerere von dem leichtern gehoben / und das leichtere hinwiederum durch das ſchwere gebunden wird / wie deſſen der Author des vollkommenen Geheimnuß ein klarer Zeuge iſt. Dieſer lehret die ſieben Geiſter der Mineralien als das bewegende Geſtiern / mit ſo vie⸗ len metalliſchen Coͤrpern oder Fixſternen vereinigen. Weßwegen dann der geübte Chymicus Ariftoteles geſchrieben / daß wann der Spiritus ſchon Leib und Seele auffgelöſet / und in feine Form zu gehen zuwegen gebracht hätte / ſolches jedennoch nicht Fix verbliebe / biß man ſich deſſelben gaͤntzli⸗ chen bemaͤchtiget. Es iſt aber die Bemächtigung eine Vereinigung mit dem Coͤrper / von welchem du anfaͤnglich die Scheidung gemachet / und in dieſem Coͤrper wird der Geiſt figirt und gebunden. Bonus meldet / daß im Campher die leichten Elementa den Vorzug vor den Fixen hätten, und waͤre ſolches daran zu erkennen / daß er ſich an der Lufft verzehre. Ey Qu Schwefel⸗Blumen / kloribus Antimoni, Saltz des Hirſch⸗ horn Bluts / Salarmoniac und dergleichen / fteiget mit der Lufft die Erde auff / und gehet uber den Helm / die auch nicht zu ſcheiden iſt. Bey dem Gold / Glaß / Diamant / Schmirgelſtein / Granaten und dergleichen / bleiben lange Zeit die Elementa ohnverletzt beyſammen ſtehen / und ſo ſie mit der Gewalt des Feuers getrieben werden / behält das uͤbrige die Erd an ſich. Von anderen verbrennlichen Dingen iſt durch die deſtillation gar leicht das eine von dem anderen zu ſcheiden / alſo daß im fundo des Gefaͤ⸗ ſes die Aſche bleibet / das Waſſer aber mit der Lufft und dem Feuer über den Helm ſteiget. Muß derowegen nicht auff dieſe letztere ungleiche com- pofition die nicht veſt verbunden / noch auff die erſtere Vermiſchung / die ob fie ſchon was hart / doch noch flüchtig iſt / ſondern allein auff die Cen- traliſche / veftsund Fire Verknuͤpffung geſehen / und wie der ohngeflugelte Vogel den gefluͤgelten / oder die Fixe Subſtantz die flüchtige figiren moͤge / regarditet werden. N C3 Nimm
22 Achtes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. Nimm das Ey / und zerſpalte es mit dem gluͤen⸗ den Schwerdt. N
re
Achte Uberſchrifft. Ein eintz ger Vogel iſt / in dieſer Welt zu inden / Auff deſſen Ey du ſolt / hinrichten deinen Sinn / Wilt du den Dotter nun von ſeiner Weiß entbinden / So theil es mit an hie des Vulcan reicht ahin: gi | Dann dieſer iſts / der Marti leiſtet Dienſie / Daß du ein junges Hun / bekommeſi zum Gewinnſte.
Achte Erklärung. 2%
&) © gibt eine ſolche Anzahl Voͤgel / daß man ihre Geſchlechte ohn⸗ I: uc alle nennen oder erzehlen kan. Von einer Art groffer Voͤgel in einer kleinen Inſel des Oeeans meldet Ruc / daß fieeis nen Elephanten in die Klauen faffen / und mit ſich in die Lufft Nat Indien und America prangen von vielen Arten Pappagey / Ra: en und anderen Geflügels ; deren Eyer aber alle zu nennen / keine Mey: nung der Philofophen iſt. Der Crocodillen Eyer vertilgen jährlich die Egyptier mit dem Schwerdt / gleichſam als wenn ſie daruͤber ein Geſetz hätten. Die Philoſophi aber zerdruͤmmern ihr Ey mit dem Feuer / nicht als wann es gar vernichtet oder gantz zerſtaubet werden ſolte / ſondern daß es wachſen moͤge und neues Leben habe. Wann ein junges Huͤnlein aus der Schalen bricht / fo iſt daſſelbe keine Zerſtoͤrung des Eyes zu nennen / ſondern eine Vermehrung vielmehr. Zwar hoͤret deſſen Form auff / und wird die Oval⸗Runde in ein zweyfuͤſſig Thier verwandlet / fo da fluget / und weit edler als feine vorige Geſtalt iſt. Im Ey lieget Manns ⸗ und Weiblicher Saamen zugleich in einer Schalen verborgen / worvon das Gelbe als der Dotter / durch des mannlichen Saamens innerlicher Krafft die Haupt Glieder und den Stamm / das Weiſe aber als die gerunnene Materi / ſo zum Wachsthum des Jungen ſich ſchicket / die aͤuſſerliche Haut formirtt. Die auſſerliche Warme iſt das erſt bewegende / welches 2 die Circulation einiger Elementen / und durch Veranderung des ei⸗ nen in des andern eine neue Geſtalt bereitet / ſo allein aus dem Trieb der I 0 Natur flieſſet. Das r gehet in die Lufft / und die Lufft
N %
ins Feuer / das Feuer aber in die Erden / welches / wann es gantz vereini⸗ get iſt / von ſeiner fpecificirten Form abtritt / und einen ſolchen Vogel bil⸗ det / von welchem Geſchlecht vormahls das Ey geweſen. Die Emblema⸗ tiſche Vorſtellung / das Ey mit einem gluͤenden Schwerdt zu zertheilen / flieſſet daher / weilen nach Art einer Amme Vulcanus feinen Jungen einen ro lich erwuͤnſchten Eintritt ans Licht gibt wie Palladi ( der Göttin der Beißheit) die aus Sppis-Hirmentiproffen: Und dieſes iſt was Frater Baſilius Valentini ſchreibet: Der Mercurius ſeye auff Befehl Mar⸗ tis von dem Vulcano eingeſperret / und würde nicht erlediget werden biß er gaͤntzlichen geſtorben und die Faͤulung durchwan⸗ dert. Doch iſt dieſer Todt ein neues Leben / und gleichet einem Ey / deſ⸗ ſen Zerſtoͤrung ein junges Hun hat hervorgebracht. Alſo auch das Kind einer Frauen in Mutterleib wird weit vollkommener an Kräfften und Wachsthum / wann es hat die Welt erblicket / als da es noch im Mut⸗ terleib verſchloſſen lag. Ja auch wir / die wir dieſes Zeitliche verlaſſen / und den Weg aller Welt gehen / tretten nach dem Todt in ein 8 om⸗
24 Achte Erklärung. kommenes / und erlangen vor das ſterbliche Leben ein Bild der Unſterblich⸗ keit. Lullius nennet zum oͤfftern dieſes 97 5 Schwerdt eine ſpitzige Lan⸗ e / oder ein ſchneitend Schwerdt das die Coͤrper durchbohret / weilen das euer ebenfalls alles poros und loͤchericht machet / damit das Waſſer durchdringen / auffloͤſen und das harte weich und geſchmeidig machen koͤn⸗ ne. In den Magen eines rauberiſchen See⸗Rabens werden rund und lange Wuͤrmlein gefunden / die ihm ſtatt des Feuers dienen / wann er die Aalen fangt und verſchlucket / dieſe fallen die Fiſche alſo gleich im Ma⸗ gen an / und durchſtechen ſie wie Nadel / damit ſie bald verzehret werden. Gleich wie nun zu Weilen die Hitze maͤchtig ſticht und brennet / alſo auch im Gegentheil verrichtet das Stechen wiederum des Feuers Krafft / weß⸗ Ä mans wohl gg nennen mag ein gluendes Schwerdt / mit welchem man der Weiſſen Ey zertheilet. Es halten aber die alten Philo- ns dieſe Zertheilung vor eine wohlgemaffigte Waͤrme / wie dann Mor- foleus in der Turva gedencket: Die weiſſen Meiſter muſſen durch linde Wärme anfänglich ihre Feuchtigkeit verzehren / wie bey Ausbruͤtung des Eyes zu ſehen / dann wann fie allzuſehr das Seuer ſtaͤrcken / ſo verhaͤrtet ihr Gefäß / und kan der flüchtige Spiritus mit feinem Metalliſchen Coͤrper nicht exırahire noch ers langet werden. Nun moͤchte man auch fragen / welchem Vogel die⸗ ſes Ey zuſtehe? hierauff aber antwortet Molcus: Es koͤnne kein Werck⸗ zeug ohne der Philofophen weiſes Pulver jemahlen bereitet werden / aus welchem weiſſen Pulver das mit ſeinem Stern bezeichnet / hell und klar / ja von einem weiſſen Stein ee iſt / wird erſt der Werck zum Ey bereitet. Jedoch haben das Ey die Phi-
a
loſophi allzeit verſchwiegen / und nie Meldung gethan / wer eltern 7 deſſen Vogel geweſt.
Neuntes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. 27
Schlieſſe den Baum mit den Alten in das tauende Hauß / damit wann er 2 men ten iſſet / ſich ver⸗
N
* 2 ® — Ze m - 8 = 0 0 — — Ber — — N 155 — * n \ \ ver 5 * 7 1 Min "8 (8 ED A A 8 i 4 EN 0 4 * * . Ik * h ! ur 2 u UN MX Ben >73 ww; 1 lin 85 SN 2 Il, in \ NK 8 Mn T 1 =. 5 Want) j — \ BER NINE * 5 It J 1 \ 1 \ Al | a i ! A \ ME | 1 AT “ 44 U 3 1 5 Wa \ \ U eee N \ - U N a VAN 1 vi Ai), 1 1 \ % \ r R 4 0 N £ EN EN var 1 f 7 = ud 7 7 N — N WB} 8 25 N 4 A 8 N = 2 7 > AN 1 7
\
2 u ni
“
au
22 e
1 N \ > a I - 2 7 E 4 Br n — 2 V
ſeumte Uberſch
Den güldenen Apffel⸗Baum / in der Sophia Garten / Verſchließ ins gläſern Hauß / mit dieſem alten
Greiß / Befeuchte fie mit Thau / laß ſie darinnen warten / Biß zu beſtimmter geit / ſich find der xohn zum Preiß: Dann wann der Alte hat / die Fruͤchte gantz verzehret / So iſt ſein Alterthum / 8 Jugend auch verkehret. .
es
26 Neunte Erklärung. Les was in die Laͤnge / een Breite / das iſt / in ſeinen Ur⸗ porung / Wachsthum und Vermehrung tritt / hat die Vollkom⸗ beit erlanget / und pflantzt ſich fort. Gleichwohl aber gehet es nach ſolchem wieder zurück in feiner Krafft / veraltet und ſtirbt / wie wir taͤglich an Thier und Krauter ſehen. Der Menſch wenn er in das Hoͤchſte feines Alters getretten / verlieret feine Kraͤfften und eylet täglich mehr und mehr dem Grabe zu / biß er ſolchem endlich gar zu Theil gewor⸗ den Nicht ohnbillich gleichet ſich das Alter einer Lampen / welcht / wenn das Oehl vertrocknet / immer mehr und mehr den Schein verlieret. Und gleich wie die Lampe einen Docht / Fett und Feuer halt / alſo auch der Menſch Adern / Leben und Feuchtigkeit hat. Der Docht iſt das lebendige Geaͤder ſammt dem Eingeweyd und Gliedern: das Fett aber die Grund⸗ feuchte / und das Feuer die bekandte natuͤrliche Waͤrme des Menſchen / welche zwar / weilen es kein rechtes Feuer iſt / der Flammen mangelt. Die Fettigkeit der Lampen iſt oͤhlicht / die Grund feuchte des Menſchen aber als der Anfang des Saamens nur waͤſſerig allein; und wie die Lampe end⸗ lichen aus Mangel des Oehls gar verliſchet / alſo auch der Menſch durch das Alterthum ſich verzehret / biß er endlichen gar vergehet und endlichen dahin ſtirbt. Von dem Adler lieſet man / daß ihm in dem Alterthum der Schnabel erkrumme / wodurch er nicht mehr eſſen koͤnne / und wo ihm die Natur nicht einen neuen Schnabel ſchenckte / muͤſte er des Todts ſeyn. Die Hirſche werffen jahrlichen ihr Gewicht ab / und die Schlangen legen ihren Balch von ſich / die Krebſe ziehen neue Schalen anz nicht ob hätten fie eine neue Grundfeuchte von der Natur bekommen / ſondern weilen es je⸗ der man ſehen und verſpuhren kan. Der Menſch aber mag auff keine an⸗ dere Art als durch feinen Todt erneuert und verjungert werden / als welcher nun ein Anfang des Ewigen iſt. Zwar ſind deſſelben Glieder won auſ⸗ ſerlich zu ſtaͤrcken / und deſſen graue Haar und Runtzeln von auſſen her zu vertreiben / wie Lullius durch die Quint -Eſſentz und der Arnoldus durch das Aurum potabile zu thun verſprochen; es muß aber der Alte erſt in das thau⸗ ende Hauß gebracht / mit denen Früchten des Baums geſpeiſet und dadurch verj ingert werden. Einige Herbatici und Kraͤuter⸗Verſtaͤndige melden von denen Myrabolonen daß ſie ſolche Wuͤrckung haͤtten / die die grauen Haaꝛ vertrieben / das Geblüͤt reinigten und das Leben verlängerten. Aber viele ziehen es in Zweiffel / und halten nur dafuͤr / daß bey ſolchem Erfolg es ein blindes Gluͤck ſeye / allermaſſen auch daſſelbe noch andere Dinge ver⸗ richten koͤnnen. Marſilius Ficinus in ſeinem Buch de conſervanda ſtudioſo- rum vita meldet: Daß zu Verlaͤngerung eines Menſchen Leben / man ſol⸗ chen taglich an die Bruͤſte junger Weiber legen und von deren Milch ſpei⸗ ſen und ernehren ſolte. Andere hingegen verordnen ihm das Schach Flei
