Chapter 2
Section 2
Gehe
* Drittes Simnone dosen etre & Gehe zum Weib das die Leinwand waͤſcht / und ver⸗ richte deßgleichen.
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17111 Ha
Dritte Uberſchrifft. Laß dich zur Warheits⸗Spur durch die Exempel leiten, Wannin verborgner Kun dein Geiſt bemuͤhet iſt: Und ſchau wie dieſes Weib ihr Wach wird hier bereite Wann ſie auff ſelbige das heiſſe Waſſer gieſt. Dann wie ein emſig Weib pflegt Nene waſchẽ / So pfleget der Actiſt zu rein gen eine Aſchen. Wann
8 Dritte Erklärung.
Ann eine Leinwand befudelt ven worden / pfleget man
ſolche mit Waſſer als dem nechſten Element eh ie reini⸗
> gen und zu wa und damit es feine feces und Feuchtig⸗
keit zugleich auch von ſich geben moͤge / haͤnget mans noch ferner an die Lufft. Wie oͤffters aber ſolche Arbeit verrichtet wird / je klarer und rein⸗ licher die Leinwand iſt; ſolche Kunſt haben die Weiber von der guͤti⸗ gen Natur erlernet. An den unreinen Todten Beinen der auffgehenck⸗ ten Coͤrper findet man / daß je laͤnger fie an der Lufft hangen / und von ders ſelben bethauet / nachgehends aber durch der Sonnen Strahlen wiederum getrocknet werden / je reiner und Bu ſcheinen fie / worvon Iſaac ſchrei⸗ bet. Eben dieſes iſt auch in der Chymifchen Kunſtzu obſerviren / dann je mehr das Philoſophiſche Werck genetzet und getrocknet wird / je reiner und herr⸗ licher die Arbeit iſt) ja es exaltiret endlichen auff die hoͤchſte Weiſe. Aber Philoſopiſche Operationes, als calcinatio, ſublimatio, ſolutio, diſtillatio, deſcenſio, coagulatio, fixatio und was dergleichen mehr / werden auff ein⸗ mahl mit dieſer Abwaſchung hingelegt und zum Ende gebracht. Wer nun eine unreine Sache waͤſchet / der verrichtet all das jenige / was ein anderer mit vieler Muͤh und Arbeit vollbracht. Der berühmte Rofarius meldet / daß die Leinwand Duenech des Groß ⸗Fuͤrſten / ſo mit Schweiß beflecket worden durch das Feuer / muͤſſe gewaſchen und mit Waſſer wieder ver⸗ : 3 woraus dann zu erſehen / daß das Feuer und Waſſer ſich einander ihre Eygenſchafften mitgetheilet / oder: daß die Natur des Phi- loſophiſchen Feuers weit anderſt als das gemeine Feuer / und das Philofo- phiſche Waſſer dem gemeinen Waſſer entgegen ſeye. Ein wahres Exem⸗ pel ſtellet uns der lebendige Kalch / oder das Griechiſche Feuer dar / welche / wann ſie mit Waſſer begoſſen werden nicht verloͤſchen / ſondern ſich erzuͤn⸗ den / ſo doch gantz der Natur entgegen. Dergleichen Natur hat auch der Campher / und der Agat (nach Lehr Anfel. de Boods) dieſe wenn fie Ein gelöfchet werden / viel leichter mit dem Oehl / als mit dem Waſſer zu wingen ſind. Dann das Oehl allein ſo ſich Be vermiſchet / loͤſchet ihr une ee Kein Waſſer kan mit Fett vermifchet 7 wohl aber durch daſſelbe bedecket werden / dann es iſt das hoͤheſte vom Waſſer. Alſo auch das Pech / das Stein⸗Oehl und andere dergleichen Dinge moͤ⸗ gen nicht gar leicht vom Waſſer au & [get noch getoͤdtet werden. Von enen unter der Erden befindlichen Stein⸗Kohlen lieſet man / daß ſie nicht mit Waſſer zu daͤmpffen / ſondern mit Sand und Erden alleine zu erftückenfind. Der Tacitus fuͤhret ein gleiches Exempel an und mel⸗ det / daß ein ſolches Feuer nicht anderſter als mit Schlagen und Auffe
werffung der Kleider getilget worden; wird derohalben ein gar groffer nter⸗
Dritte Erklaͤrung. | 9
Unterſcheid im Feuer petenben / fo wohl daſſelbe zu erwecken als auch wie⸗ der auszuloſchen. Durchgehen wir die Saffte / als die Milch / den Eſſig / Brandwein / Aquafort, Aqua Regis und dergleichen / ſo finden wir in ſol⸗ chen eine groſſe Differeng gegen das gemeine Feuer; Nicht zwar nur al⸗ lein in dieſen / ſondern es halt zuweilen ſelbſt die Materia das Feuer auff / wie wir von den Feuer⸗Kleidern leßen die die alten Könige gehabt. Dies ſe wurden mit Feuer gewaſchen / wann ſie ſolten rein werden / eben als waͤ⸗ ren ihre feces und Unreinigkeiten verbrennlich daran. Was von des Sa⸗ lamanders Federn geſchrieben wird ( daß ſie ohnverbrennlich ſeyen / iſt nicht zu erweiſen. Doch ſeynd vor Alters Kleider aus Talck / Federweiß und andern dergleichen Materien bereitet worden / deren Reinigung durchs Feuer geſchehen: Welche Kunſt und Wiſſenſchafft eine Frau in Antwerpen aus Miß gunſt mit ins Grab genommen / und der Nachwelt entzogen. Wir reden a Bor von denen verbrennlichen Materien / fordern daß nach allem ſolchen Weſen das Werck der Phils ſophen zu füh- renſeye / dann das Feuer und Waſſer / ja auch die Materia ſelbſt iſt dar⸗ innen nicht gemein. Ein ſolches aber zu waſchen bereiten ihnen die Phi- loſophi eine Laugen / nicht von Aſchen oder Saltz des Eichen ⸗Holtzes / 2 von einem ſolchen Metalliſchen Weſen / das vor andern tauglich iſt; nicht von einem gemeinen / ſondern ſolchem Waſſer / welches unter den himmliſchen Zeichen des Waſſermanns im Schnee und Eyß zuam· men 8 und noch weit geringer iſt / als das Waſſer in den Gruben oder So viel nun 1 geringer iſt dem gemeinen Waſſer / um ſo viel hat es wieder den Vorzug vor jenem / dann es dringet in das Centrum und innerſte des Philoſophiſchen Corpers / und benimmt ihm alle Schwartze und Unreinigkeit.
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10 Vierdtes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. Vereinige den Bruder mit der Schweſter / und gib | s ihnen eyligſt einen . gib
Vierdte Uberſchriff.
Wo bey der Schöpfung 385 Geſchwiſt re ſich ge⸗ freuet / So ſolt in dieſer Welt / kein Menſch zu finden ſeyn. Drum folget auch der Weiß / uñ fuͤhrt gantzungeſcheuet Zum Bruder in das Bett / ſein eig ne Schweſter ein. Reicht eyligſt einen Tranck zum Buͤndnuß ihrer beydẽ / Damit ſie ſich hinfort in Lieb nicht wieder ee, i as
Vierdee Erklärung. 11
As Goͤttlich und Weltliche Geſetz verbieten das eheliche Band der Blutsperwandten in auff⸗ und niederſteigender Linie / ſammt was
deme in dem Genealogifchen Stamm⸗Baumentgegen ſtehet / auch
nicht ohne bewegende Haubt⸗Gruͤnde. Wann aber die Philo-
ſophi von einer Vermählung der Mutter mit dem Sohn / oder / des Vatters mit der ed reden / fo ſtreittet es nicht gan das Geſetz: dann die lub jecta unterſcheiden ihre dae oͤre und der Sachen Endzwe⸗ cke / wie dann dieſer erſtgedachten Philolophen vorgeſtellte Perſohnen / Des nen Adams⸗Kindern vergliechen werden / die ſich ohne Aergernuß einan⸗ der ſelbſt vermahlen koͤnnen. Nicht ein geringer Beweiß findetfich dar innen / daß durch nahe Verbuͤndnuß und Blutverwandſchafft das Philo- ſophiſche Geſchlecht erhoben und verfnüpffet werde / und vor allen fa&io- nen und Theilungs⸗ Streiten ( welche bey groſſen Familien mehren⸗ theils ſich auffſtoſſen) frey bleibe. Ein noch anderer Beweiß ſeynd die Kinder Adæ, die ohn umgaͤnglich aus Mangel anderer Menſchen / ſich elbſt einander ehelichen muͤſſen. Nachdeme aber das menſchliche Ge⸗ chlecht a We ſich zu mehren und in die Familien auszubrei⸗ ten / wurde ein . Bey denen Philofophis nun hat es ei ne gar weit andere Beſchaffenheit / und weilen Bruͤder und Schwe⸗ ſtern unter einander gleiches Weſen ſeynd / muſſen ſie nothwendig auch einander zugefuͤhret und verehliget werden. Es ſeynd aber deren Ge⸗ ſchlechter nur zwey / die der Geburt nach zwar eins / nach dem Geſchlecht aber ſepariret und getheilet ſeynd / und heiſſen Bruͤder und Schweſter: weßhalben ihnen gleich den Adams⸗Kindern die eheliche Liebe nothwendig zu verſtatten iſt. Der Bruder hat eine trockne und feurige Complexion, und ift ein Cholericus im hoͤchſten Grad. Die Schweſter aber fuͤhret eine kalt und ihn Natur / deren gantzer Leib mit Feuchtigkeit erfüllet: Wo bey ehelicher W zwey ſolche abgeſonderte Naturen gefunden werden/ iſt gemeiniglich der Sieg vom Liebes⸗Kampff eine lebendige Leibes⸗Frucht. zie aber aus zweyen harten Steinen / oder Stahlen kein Feuer zu erzwingen alſo wird von einem hitzigen Mann und Weib / oder von zweyen Kalten nimmermehr eine Frucht zu hoffen ſeyn / dann die Kalte MD des Mannes Unfruchtbarkeit. So aber kalt und warmes un kommen / fo findet fich der Liebes⸗ Sohn. Das allerhitzigſte Weib iſt der Natur nach dem kaͤltiſten Mann (wann er von geſunder Natur iſt) vorzuziehen / wie Lex. Lemnius in Lib. de occult. nat. mirac. e meldet. Werden 6 Bruͤder und Schwe⸗ ſtern hier von denen Philofophis gar * und wohl zuſammen ng 2 er
12 17 Vierdte Erklaͤrung.
Wer von einer Hennen / Hundin / Ziegen / Schaaf oder dergleichen Weiblichen Geſchlecht / wieder eine gleichfoͤrmige Geburt erziehen will / der muß ihnen einen Hahn / Hund / Bock / Widder / ꝛc. zuführen / doch or dieſes nichts ob es Blutsverwandte / Brüder oder Schweſtern eyen / wann ſie nur von einem Geſchlechte ſtammen. Eben dieſes muß auch bey dem Regno Negetabili obferviret und in acht genommen werden / wann das Reiß in Baum gepfropffet wird. Ja fo gar das Regmun Minerale und die Metalla, welche gewiſſer Maß der Subſtantz nach dem Mineraliſchen gleichen / begehren ihres gleichen. Weilen aber in ehelicher Ver miſchung derer Geſchwiſtere / gemeiniglich die Unfruchtbarkeit ge⸗ funden wird / ſo muß man nur eyligſt bedacht ſeyn / dieſen beyden ein Philtrum oder Liebes⸗Tranck bereiten zu laſſen / wodurch ihre Gemuͤther alſo moͤgten vereiniget werden / daß ſie wie Loth gantz betruncken / und mit Verlaſſung aller Schaam ſich zuſammen thun / und eine natuͤrliche Lei⸗ bes⸗Frucht erzielen koͤnnen. Wer ſolte doch wohl laͤugnen / daß nicht viel tauſend Menſchen / durch die edle Medicin geſegnet und erfreuet worden / daß ſie Kinder zeugen / und eine froͤliche Geburt zur Welt brin⸗ gen moͤgen. Laſſet uns dannenhero auch dieſen beyden neu⸗vermahlten den Liebes⸗Tranck bereiten / damit ſie ſich in eine beſtaͤndige Liebe ſetzen / und der Fruͤchte des Ehebetts mit Wunſch erfreuen moͤgen. Dann die Einigkeit eines geneigten Willens ſetzt ein Ding ai zum andern. |
Lege
Fuͤnffces Sinnbild von Geheim nuß der rratur. 13
Lege dem Weib eine Kroͤte an die Bruſt / daß ſie ihn ab⸗ gewehne und davon 15 die eit aber von der Milch ick werde.
2.
Fuͤnffte Uberſchrifft. Die kalte Kroͤte ſoll der Kinder Speiß genieſſen. Und maͤſten ſich an jener Frauen Bruſt / Damit fie ſchwelle auf / von den n MilchreichenFluͤſſẽ / Das Weib hingegen ſierb / nUnmuths vollem Wuſt. Such eine Medicin / hieraus dir zu bereiten Die gantz von deinem Hertz moͤg allen Gifft ableiten.
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14 Fuͤnffte Erklärung.
SS lehret die Schaar der Philofophen gantz einſtimmig / daß ihr Werck aus Mann und Weib beſtehe. Der Mann zeiget die Kinder und fuͤhret die Herrſchafft über das Weib. Die Frau aber empfaͤhet den Saamen / wird fruchtbar und zeiget ihre Un⸗ terthaͤnigkeit dem Mann / ſaͤuget und ernehret ihre neue Frucht / und iſt gantz begierig ſich dem Willen des Mannes zu unterwerffen. Wie nun die Frucht im Mutterleib durch Gebluͤt erhalten wird / fo ernehret ſich die Neugebohrne von der Milch der Mutter. Vereitet alfo dieſem neuge⸗ bohrnen Kind die Natur gleich bey feinem Eintritt in dieſes Licht der Welt eine ſolche Speiſe / die es leicht verdauen kan. Durch Mich wird es al⸗ ſo lang 0 biß es ſtaͤrcker wird / und groͤbere Speiſen verdauen Fan; die Philofophi hangen gar der Frauen eine Kroͤte an die Bruſt, O ein unerhoͤrt⸗ und recht entſetzliches Verfahren! der Feind des Menſchen / ei⸗ ne Kroͤte ſoll mit der Milch einer Frauen ch werden. Von denen Schlangen und Drachen lieſet man / daß ſie ſich an die Enter der Kuͤ. he hangen und die Milch ſauffen; eben ſolches thun auch die Kroͤten. Man findet in denen Geſchichten / daß einsmahls einem Bauersmann der in Schlaff gefallen / eine Krot an den Mund geſprungen / die ſich alſo feſt in die Lippen a fie mit Feiner Liſt noch Gewalt mehr herab zu brin⸗ gen geweſen. Damit man nun den Vauren dieſes boͤſen Thieres entles digen / und von der Gefahr des Todes befreyen moͤchte / brachte man denſelben an einen ſolchen Ort / wo eine Spinne ihr Hauß geſetzet / und legte ihn grad unter daſſelbe / auff daß ihr 05 die Spinne fi ſehen koͤn⸗ nen. So balden nun die Spinne die Kroͤt erklicket / fuhre ſelbige ey⸗ lend auff ſie loß und toͤdtet ſie mit ihrem Stachel / daß ſie zur Erden fiel. Weil aber das Gifft dem Bauren ſchaden moͤgen / legte man noch ein⸗ ſten dieſes todte Thier dem Bauersmann auff ſeinen Mund / damit es allen von ſich geſtoſſenen Gifft gar in ſich nehme / worvon die todte Kroͤte auffgelauffen und zur Erden gefallen. Hier findet ſich das Gegenſpiel / da eine Kroͤt nicht an Mund / ſondern einer zarten Frauen Bruſt gehaͤnget worden / durch deren Milch ſie ſich alſo ſehr gemaͤſtet daß ſie groß und ſtarck erſcheinet / das Weib dargegen nimmet ab und ſtirbt. Der Gifft iſt gar leicht durch die Adern des menſchlichen Coͤrpers in das Hertz zu leis ten daß er davon des Todes wird / wie an der Cleopatra zu ſehen / die ſich 6 ji Schlangen an die Bruſt geleget und getoͤdtet / alleine ihren Be⸗
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ieger zu entrinnen. Gleichwohl ift daraus nicht zu ſchlieſſen / daß die Philofophi und Natur⸗Weiſſe alſo blutdüͤrſtig befehlen ſolten / ein fo giffe tig Thier dieſer Frauen an die Bruſt zu haͤngen / wann nicht dieſe Krot ihre eigene Wunder ⸗Geburt und Frucht waͤre / die fie als u,
Welt
Fuͤnffte Erklärung. 15 Welt gebohren; und weilen durch das Recht der Natur joiche mit der Speiſe feiner Mutter will erhalten ſeyn / ſo faͤllet die Schuld der Mutter zu. Nun mag das Weib nicht wohl vergifftet werden / weilen die Kroͤte aus ihrem Blut entſtanden und von ihr Fa worden. Nachdenck⸗ lich iſt es / daß aus einem Weibe eine Kroͤten ſproſſet / da es billich der Natur nach einen anderen Urſprung führen ſolte. Guilielmus Novobri- genſis ein Engliſcher Sefehicht-Schreiber! gedencket in feinem Commen- tario, daß in einer Stein⸗Gruben des Piſtumbs Vinton, als man einen groſſen Stein ae ach eine ungemeine groſſe und lebendige Kroͤt an ei⸗ ner guͤldenen 5ggaldes daſelbſt verwahrlich gefunden / die man alſo gleich auff Befehl des Biſchoffs wieder einmauren / und der ewigen 25 rnuß anheim geben muͤſſen / weilen er befoͤrcht geweſen / daß ſie aden dem Land braͤchte. Dieſe unſere Philofophifche Kroͤte iſt auch mit Gold geſchmuͤcket / und ob fie ſchon keine eufferliche guͤldene Kette traͤ⸗ get / ſo pranget ſie doch innerlich von der Natur mit dem edlen Stein des Boraſs, Chelonitt, Batrachit, Crapaudin oder Garatrim. Sie als ein Stein überwieget das Gold durch ihres Steines Krafft / und vertreibet dadurch den Gifft der Thiere / daß man ihn in Gold faſſen / und fuͤr allem Schaden und Gefahr befreyen ſoll. Soll nun ſolcher abgebrochener Stein aus denen Bergen ſeine Krafft und Wirckung zeigen / muß es bil⸗ lich von dem edleſten Mineral das dem Hertzen dienlich / genommen wer⸗ den; dann in dieſen und nicht „ wie etliche gedich⸗ tet) verbirget fich der Philoſophen Kröte / die Gold fuͤhret. arum ſolte ſich wohl die Kroͤte in denen verborgenen Kluͤfften ſchmuͤcken? viele leicht darum / damit der ſtinckende Kafer fie genugſam ehren möchte / wann er zu ihr ins Finſter kommet. Ober zwecher zerckmeiſter ſolte ihr die guldene Ketten ſchmieden ? ohne Zweiffel jener blühenden Knaben⸗ Vatter / die aus der Erden des heiligen Martins, ja aus der Erden ſelbſt / wie dit zwey Hunde / ſo von gleichen Urheber aus der Stein⸗ Gruben ſproſſen / ihren Anfang haben. .
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16 | Sechſtes Sinnbild von Geheimnuß der Natur. Säet euer Gold in die weiß⸗geblaͤtterte Erde.
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Sechſte Uberſchrifft.
Gleich wie der de / pflegt feine Frucht zu reuen In die beduͤngte Erd / wann ſie geſtuͤrtzet iſt / So moͤgen ihrer Saat die Weyſen ſich erfreuen / Wann die geblaͤttert 25 die Saat des Golds ge⸗ Der wahre Alchymiſt / muß eine Saat bereiten / Und nach dem Ackerbau / gantz ſeine Arbeit leiten. 4
Sechſte Erklärung: 17 RES gedencfitder weiſſe Plato von einer Stadt / daß felbige aus zweyen Standen / einem Artzt nehmlich und Ackersmann beſtehe / dardurch vorſtellend / daß beyderley Profeflionender Natur nach⸗ eh und in ihrer Arbeit gleichſtimmig ſeyn. Dieſer bender 1 595 beſtehet in Erwaͤhlung des noͤthigen / und Abſchaffung des überflüffigen ; dero wegen auch ihre Operationen ſelbſten / wie fie. 99 5 crates bey der Medicin beſchreibet / zu melden ſeynd. Was verrichtet doch ein Ackersmann wohl anderſter / als daß er einen von Natur dd gelegenen Acker pflüge/ ege / dunge und beſde / das übrige aber als dem Wachsthum der Frucht der gütigen Natur uͤbergebe? die dann ihre Krafft bung br Sonnen Strahlen und dem Regen in die Erde wirffet/ daß der Saa⸗ men fruchtbar wird und in eine Saat ſich ausbreitet. Es reutet auch ein Ackersmann das Unkraut aus / damit die zarte Saat keinen Schaden ley⸗ de / und wann die Frucht reiff / fo ſchneidet er fie und driſcht das Korn von dem Stroh. Der Medicus und Chymiſt verordnet zur conſervation des Leibes / und Wiederſtellung feiner Krafften allerhand Recepta durch⸗ Moe cher Kranckheits⸗Fehler / und corrigiret fie / den Überfluß des luts führet er durch das Aderlaſſen aus / und den manglenden Lebens⸗ Safft / ſtaͤrcket er durch gute Speiſen. Die Seuchtigfeit fuͤhret er durch Stuhlgänge ab / und gehet auff tauſenderley Art der Natur nach mit ſei⸗ ner Kunſt. Hiervon aber ein mehrers zu betrachten / ftelle es dem & neigten Leſer heim / und wende mich vor jego alleine zur Chymie. ( gleichet aber dieſe unſere Chymiſche Wiſſenſchafft in ihrer gantzen Arbeit einem Ackers mann / der ſein un und einen Saamen drein ſtreuet. Der Ackermann machet Miſt zur Duͤng; dieſer der Arriſt thut ein glei⸗ ches / als ohne welches nichts zu thun noch zu machen iſt. Jener hat den Saamen zu der Saat dadurch die Fruͤchte zu vermehren; dieſer wann er nicht dergleichen hatte ware einem Mahler zu vergleichen / der ein Bildnuß mit Farben ſtellen wolte / deſſen Perſohn er nie geſehen. Ein Ackermann erfreuet ſich des Regens und der Sonnen Hitz der Chymicus gibt gleicherweiß Naͤß und Warme der Arbeit zu ſchmecken. Doch / was iſt viel zu ſagen? die Chymie iſt ein gleichſtimmig Weſen des Feld⸗ Baues und eine Regentin / als welche in allem ihren Grundriß leget / und durch heimliche Deutung ſich denſelben gleich ſtellet. Weß halben auch die Heyden einige Goͤtter / als die Ceres, den Triptolemum, Oſiridem, Dio- nyſium, ja die guldenen Götter / fo gleichſam der Chymie verwand / fich erdichtet / darunter vorſtellende / daß die Menſchen ihren Saamen in die Erde werffen / das Feld bauen / Weinſtoͤcke pflantzen und des Weins ſich bedienen / welche Arbeit gleicher Weiß auch in der Chymie zu führen feye ; fo aber die unverftändige umwenden und verkehren. Und dieſes ſeynd Geheimnuſſe der Natur / welche 8 der Decke eines Feldbaues va *
