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Atalanta fugiens

Chapter 17

Section 17

canus die Waͤrme / oder wuͤrckende e ach. Beym Phi-
loſophiſchen Werck muͤſſen auch drey Vatter ſeyn / als in wel⸗ chen der Philoſophen gantze Ergoͤtzlichkeit enthalten.
148 Füunfftzigſtes Sinnbild von Geheimmß der Natur. Der Drach toͤdtet das Weib / und wird von ihr wieder getodtet / beyde werden voll Blut.
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Fuͤnfftzigſte Uberſchrifft.
Dem Drachen wird ein tieffes Grab bereitet / Worinn das Weib mit ihm verſchloſſen liegt:
Das gifftig boͤſe Thier ihr bald den Todt bereitet / Doch wird es durch 5 * zugleich auch mit be⸗
iegt. i Ihr todter Leib mit Blut liegt gantz beſpritzet So auch der Weiſſen Thun auf rothes Blut ſich pick. . Der
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Fuͤnfftzigſte Erklärung. 149 Er Drachen Auffenthalt iſt in denen Speluncken und Kluͤfften der Erden / der Menſch aber wohnet über derſelben nahe an der auf Dieſe beyde gegen einander ſtehende Elementa heiffen uns die Phi- loſophen vereinigen auff daß eins ins andere wuͤrcke. Einige ſtellen ein Weib dar / wie Baſilius Valent. in den 2. Schlüffel feiner Chymiſchen Schrifften wann er ſchreibet: Dann es iſt dem Adler nichts nuͤtze / daß er allein ſein Neſt in das Alpen Gebürg mache / dann ſei⸗ ne Jungen muͤſſen erfrieren von wegen des Schnees / ſo ſich zu obriſt der 2. geſetzt. Wann du aber den Adler den alten Dra⸗ chen der ſeine Wohnung in n Zeit gehabt / und in denen Speluncken der Erden ſich aus⸗ und einſchleiffet / zuſetzeſt / und ſetzeſt ſie beyde auff den hoͤlliſchen Stuhl / ſo wird Pluto dermaſſen zu blaſen und den kalten Drachen einen fliegen⸗ den feurigen Geiſt außtreiben / welcher durch ſeine groſſe Hitze dem Adler feine Federn verbrennen und ein Schweiß ⸗Bad be⸗ reiten wird / daß der Schnee am hoͤchſten Gebürg verſchmeltzen und zum Waſſer werden muß / auf daß das Mineraliſche Bad recht bereitet und dem Rönig Gluck und Geſundheit geben kan. Zu verwundern iſt es / daß der kalte Drach einen feurigen Spiritum von ſich giebet : Diefes iſt ein gewiſſes experiment, daß / wann eine Schlangen ver⸗ rennet wird / die Menſchen fo bey ſolcher Flammen wi davon vergiff⸗ tet werden. Dahero nicht vergebens die Alten den Drachen einen feueraus⸗ peyenden Huter derer Schatze genennet / wie bey dem Aureo Vellete, in m Garten Hefperidum, Cadmo & zu finden. Dieſer Drach verbirget ſich in denen engen Klufften der Erden / welchen man daſelbſten auffſuchen / und dem Adler oder Weib und zwar dieſer in das Grab / oder ſo es dir mißfiele / den Adler jenem in das Neſt zugeſellen muß: Dann es iſt der Drachen Natur / daß er denen Eyern des Adlers nachſtelle / und mit de⸗ nen Adlern ſelbſten toͤdtlichen Streit führe. In denen Griechiſchen Hiſto⸗ rien lieſet man / daß ein Drach einsmahls eine Jungfer geliebet / die⸗ ſelbe beſchlaffen habe. Was ſolte es dann wohl Wunder ſeyn / daß die Philofophi ihrem Drachen ein Weib beylegen / und zuſammen in die, Hoͤle verſchlieſſen? Grever, vereiniget den roth und weiſſen Drachen in den ine nerſten Schlund des Berges / zundet denſelben an / und gebietet allen vor; beygehenden Schwaͤrtzl ingen / daß ſie den Hüter ſolches Bergs allenthal⸗ „ben auffſuchen und in den Berg werffen ſolten. Der Merlin gedencket in „einem Geſicht ! wo es anderſter kein Gedicht iſt) zweyer Drachen / wor⸗ „von einer weiß und der andere roth iſt. Es ſeyen aber dieſe Drachen wer vſie wollen / entweder einer eine m und der ander ein Drach / fo * 3
18 Fuͤnfſtzigſte Erklaͤrung. „und wuͤrcken ſie doch alſo lang in einander / biß ſie todt zur Erden liegen „und ihr Blut von fich geben. Durch den Drachen verſtehet ſich das Se ment der Erden und des Feuers / durch das Weib aber das Waſſer und die Lufft / wie Clangor in der Buccina gedencket: Daß der Drach ſeye eine Materi die nach der Deſbillation des Waſſers am Boden bleibe. Und Hermes: Das Waſſer der Lufft fo zwiſchen Himmel und Erden entſtehet / iſt das Leben aller Dinge. Dann daſſelbe Waſſer loͤ⸗ ſet das Corpus in einen Spiritum auff / und erwecket es aus dem Todt ins Leben / es bringet Mann und Weib zur Ehe / ja es ver⸗ richtet das gantze Werck der Meiſterſchaffr. Von der Erden ſchreibt er auch: Verſtehe aber / daß dieſe unſere eigene Erden die wir mit Fuͤ en tretten / keine wahre / ſondern eine von ſeinen wahren fuͤnfften Weſen elementirte Erden ſeye / woraus nachgehendes die Erde bereitet wird. Und bald: Aber in dem Centro und Mit⸗ tel⸗/Punet der Erden iſt die Jungfer und das wahre Element / welches das Feuer nicht verzehren kan. Dieſes iſt der Drach von welchem wir geſprochen / daß er ſich ins Centrum verberge / und weilen eine groſſe Glut daſelbſt verborgen liegt / ſo gebieret er in ſich eine feurige 1 die das Weib oder den Adler verbrenne. Das Weib oder der
dler iſt das Waſſer der Lufft / welches einige den weiſſen oder himmli⸗ ſchen Adler nennen / und aus dem gemeinen Mercurio oder ſublimirten Salien zu machen ſich bemühen. Die nun dieſes thun / find blind / und fehlen weit der Straſſen dieſer Kunſt. Doch ich ſage dir / ſchreibt Graf Bernhardus in ſeiner Epiſtola: Daß kein Waſſer durch natuͤrliche Deſtillation ein Metalliſches Weſen diſſolvire / ſonden das jenige / welches in ſeiner Materi und Form ihme gleich verbleibet / und von denen Metallen ſelbſten recongeliret undzuſammen gebacken wird. Ferner: Es gehoͤret dem Coͤrper kein Waſſer in der p- lution und Auffloͤſung / daß demſelben nicht auch in der congela⸗ tion verbleibe. Und bald darauff : Ich ſage dir fuͤrwar / daß das Oehl natuͤrlicher Weiß in die Natur gehe und ſich vereinige / und eine naturliche Medicin die da andere Coͤrper tingiret / bereiten konne. Es wird von nichts fremdes bereitet / ſondern allein von denen Kraͤfften ſeines eigenen Coͤrpers. Werden alſo durch
den Adler das Weib / der Drach und alle übrige Geheimnuͤſſe der Kunſt verſtanden / welches wir zur Genuͤge gar deutlich denen Liebhabern BER und dar⸗ geleget.
GO Tallein die Ehre.
(151) 56% 17 19 9299329929239 And. dündhm äs: in 01010 F
APPLICATIO
Des Hohen Lied Salomonis / 8 Auff | Die Univerſal-Tinctur der Philofophorum.
RES halten die Macs Rabiner dafür / daß das Hohe Lied Scalomonis als ein Braut ⸗Cied von dem weiſen König Sa⸗ lomon geſtellet worden / als dieſer Beſieger des Hazori, Me- giddens und Gazars ſich mit Vaphris des Pharaonis Königs in Egy⸗ pten Tochter vermaͤhlet.
Die Talmudiſten geben vor / es wäre dazumahl geſchrieben wor⸗ den / da ſich GOtt dem Iſrael vermaͤhlet / und die Synagogen ſich gefallen laſſen.
Die Tropologiſten appliciren es auff die Vermaͤhlung der Glau⸗ bigen Seele mit dem Schoͤpffer.
Die Römer auff Chriſtum IEſum und deſſen geheiligte Mutter die reine Jungfrau Mariam / wie auch / auff Salomonis herrliche Regierung / als welche zu ſolcher Zeit hoch im Flor geweſen.
ie Frantzoſen halten es vor eine Comaedie, da der Friedens⸗ Fuͤrſt Chriſtus IEſus mit feiner Braut der Kirchen ſich vermaͤhlet / und breiten es vor einen Lob ⸗Spruch der Geiſtlichen Vermaͤhlung aus / welches der groſſe Apoſtel ad Epheſ. 5. v. 32. Te uνννü wiya nennet / vorgebende / daß in ſolchem das Geſpraͤch des Braͤutigams
und der Braut ! des Freundes und der Freundin enthalten waͤre. Die sophi und Werfen und alle die die irrdiſche Weißheit beſitzen / ziehendas Hohe Lied Salomonis auff den Stein der Weiſen / und halten dafür / daß die Auffloͤſung des Groben in das ſubtile, die Ent⸗ deckung des Verborgenen / die Verſetzung des Feuchten in das Tro⸗ ckene / und Verwandlung des Fluͤchtigen in das fixe , weit und viel faͤltig aus demſel ben zu erweiſen Er wie fie dann die Materiam und
(4152) . und Forin ſo der Schoͤpffer in die Natur geleget / ex c. 1. v. 5. &. 6.
Das Subjectum ex verſ. 8. d. c.
Das Lilium artis, c. 2. v. I.
Die Præparation oder Scheidung des Reinen von dem Unreinen / ex c. 2. v. 4.
Das Regiment des Feuers aus dem 2. c. v. /. * 4. v. 16.
Des Gefaͤſes Beſchaffenheit / ex c. z. v. S. c. f. v. 4.
Das Sigillum Hermetis, ex c. 4. v. 12.
Die Putrefaction, exc. 3. v. i.
Die Sublimation und Deftillation, ex c. 3. v. 6.
Coaglilation und der Farben e EM N. te rina gg Fixation, c. 2. v. 12. c. &. v. 4.
Derer drey urfprünglichen Farben wahre Eofbeinung ine des
Schwartzen / c. 1. v. 5.
Weiſſen /c, 5. v. 10.
Rothen / c. 5. v. 10.
Die vier Jahres: Zeiten bes bhulelophiſchen Jahrs / als worinnen
5 1 des Philofophifchen Wercks vorgenommen wird / * rempe
Der Winter / da es in die Putrefaction tritt / c. 2. v. II.
Der Srühling/ da die Farben erſcheinen / c. 2. v. 12.
Der Sommer / da die Gelbe hervor bricht / c. 2. v. 13.
Der Herbſt / da die Roͤthe erfolget / c. 2. v. 12.
Dann ferners auch die Zeit der een oder ausehen des Steins / c. 8. v. 4.
Multiplication, c. 6. v. 7. h Augmentation und Projection oder Genieſſung 2225 8. v. 8. Damit vorſtellen underweiſen wollen.
Es iſt ein eintziges Subjectum in der gantzen Natur enthalten) 7 ches der Philoſophen Weiſſes und Rothes in ſich verſchloſſen hält} davon das eine der Mann und das andere das Weib genennet wird; Es iſt das wuͤrckende und leydende / das Todt und Leben in ſich Führe:
Es hat Corpus, Spiritum & Animam dahero es einige ungeſchickte das leichteſte und veraͤchtlichſte genennet; In ihm ſind verborgen die vier Elementa / es iſt allenthalben / und jederman hat es: Es koſtet wenig und kommt ein lde vor einen Sold. Die Erde hat FR
2 (153) 60% der Himmel giebt es von ſich / dahero es die Philofophi ihren Adler / Magneſiam, Löwen und Philoſophiſche Eygenennet.
Seine Bereitung iſt allein die Kochung über dem Feuer / die da lind verrichtet wird. Es ſteiget vor ſich alleine auff / es ſchwaͤrtzet ſich von ſelbſten / faͤllet zu Boden und wird weiß / es generiret ſich ſelbſt / und ſtirbt wieder / tritt aus dem Todt ins Leben und lebet fort in E⸗ wigkeit. In Summa es iſt das Centrum und Mittel ⸗Punct der gautzen Natur dieſer Welt / das muß man ſuchen / purgiren / folvi- ren / kochen / zeitigen / igiren und fermentiren / ſo iſt die gantze Kunſt bereitet / und hat der fleiſſige Artiſt die Univerſal Medicin erlangef.
Monas der Philofophus, nimmit das Corpus aus dem Centro Cen- tri der Erden / woraus die Goͤttliche Weiß heit alles erſchaffen und bes reitet hat / deſſen generiſche influentz noch Sonn und Mond ausſpen⸗ det / und in die Creaturen floͤſſet. Gleich wie aber der Menſch der von Gott aus einem Erden Kloß erſchaffen / nicht wieder eine Erde zeu⸗ get / ſondern eine lebendige Maſlam aus ſich ſelbſt / jedennoch aber von der Erden geſpeiſet und ernehret wird / und von felbiger feinen Wachs⸗ thum hat; al ſo auch das Gold uñ Silber will von feinem Urſprungs⸗ Weſen erſtlichen geſpeiſet und gereiniget ſeyn / dann ſeine Erhalterin und Amme die Erde iſt. Hier wird ein Stein / eine Sach / mit groͤ⸗ ſten Freuden geſuchet / gefunden / und ohne Geld gekauffet / die doch in denen Apothecen nicht zu finden. Dieſe Edelgeſteine findet man auff denen Haffen/ und tritt ſie auff der Straſſen mit denen Fuͤſſen.
Linfere Materi ſchreibet Fr. R. C. in Epiſt. Miſſ. p. m. 77, iſt ein Spi- ritus und kein Corpus. ö
Unſere Materi iſt nicht Mineraliſch / ſondern ein Sulphur und Mer- curius des Minerals, eine fette Feuchtigkeit und ein Dampff: Ein un⸗ zeitig Electrum eines Minerals. 2
Es iſt kein Gold / ſondern der Saamen des Goldes / oder das Jung⸗ fern Gold. Kein Men ſondern die Wurtzel des Metalle.
id. p. 77.
Der hoßliche Schelm Saturnus iſt unferem König dem Electro Im- maturo, dem Aſtro Solis, dem rothen Loͤwen / dem Duenech, dem Eri Hermetis qin nechſten. b i
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