Chapter 16
Section 16
138 Sechs und viertzigſte Erklärung.
er Enomai des Königs Elidis Tochter die Hippodamiam zur Ehe nahm; dieſen Tiſch hatte der Mulciber gekünſtelt / und Pelopi — 15 Er ſtunde in der Mitte des Tempels Jovis, und uͤhrte der Phytiæ Bildnuß ober ſich / welches betruͤgeriſcher Weiße durch des boͤſen Feindes Liſt / denen Rath: fragenden kuͤnfftige Dinge weiſſagete. Der Tempel lag in Beotien am Fluß des Berges Parnaſſi, und hatte zu feiner Seiten den Wahrſagers Brunn Caſſiotem, bey welchem die brennende Fackeln / wann ſie nahe dar⸗ zu gebracht wurden verloſchen / in der Ferne aber anzuͤndeten und eine Flam⸗ me gaben. Das Waſſer machte feine Säfte fo es trancken / geſchickt / zu Weiſſagen / wiewohl ihnen hierdurch das Leben auch verkuͤrtzet wurde. Nachdeme nun faſt alle Europaer und Einwohner des Aſiens ſolches Ora- culum verehrten / ſo hielten auch die Poeten Dafür daß feine Stelle der Par. naſſus das Mittel⸗Punct der Erden enthalten muͤſte / und gaben vor / daß Jupiter zwey Adler von ſich geſandt um ſolches abzumeſſen. Dieſes nun ſind pure Fabeln / allermaſſen der gantze Apollo wie oben angefuͤhret worden von der Chymie ſtammet / obſchon der Satan nachgehends viele Aberglauben darunter eingefuͤhret / und die Leute vom wahren Weſen gefuͤhret. Die zwey Adler ſind die beyden Steine deren einer aus Orient der andere aber aus Occident kommet / wie es die Philoſophi vielfältig gedacht. Dieſe hat der 5 als feine Bewaffnete ausgeſandt. Der Adler iſt ein Freund des A- pollinis oder der Soñen der da feine Junge mit den Klauen gegen die Son⸗ ne erhebt / und welches ohnbeweget ſich führen laͤſſet / das erkennet er vor ſei⸗ ne rechte Geburt / die übrigen fo ſich wenden verwirfft er. Von des Adlers Federn lieſet man / daß ſie nicht verfaulen / ja daß ſie auch der anderen Voͤ⸗ gel Federn verzehren / wann ſie bey denſelben geleget werden / und ſich gerne verguͤlden liefen. Er ſoll nie veralten / noch ſonſten von einer Kranckheit be⸗ ruͤhret werden / ohne daß denſelben allein der Hunger toͤdte. Die Kruͤmme ſeines obern Schnabels / ſo 6 durch die Laͤnge der Zeit waͤchſet / verurſa⸗ chet / daß er endlich nicht mehr freſſen kan: wann er ſolchen abgeworffen / ſo ſencket er ſich zu dreyen mahlen in einen Brunnen / und kommt alsdann gantz jung und neu gebohren herfuͤr. Worvon der Pſalmiſt ſpricht: Er verjůngert ſeine Tage als ein Adler. Der Adler wird durch keinen Blitz verletzet wegen feiner Fluͤchtigkeit. Den Drachen verfolget er / und ſu⸗ chet feine Eyer auff. Aus allen dieſen Urſachen nun / haben die Alten Philo- ſophen ihr Werck dem Adler verglichen / und der Weiſen Stein damit
vorgebildet. Weil aber ſchon aller Orten die Buͤcher damit an⸗ gefuͤllet ſind / ſo ſchlieſſe hiermit. |
Der
Siebenund von geheimnuß der Natur. 134 D vom an und der Hund vom Nieder⸗ . b Dei een
Der Wolff von Orient mit Grimm hat überfallen 0 en ig in fo | Daß nach dem a icht. Vega der Todt er⸗ Steine * se ſo ohne Geld zu finden / are _— u fiemagfiergeänden. N | 6 Die
14e Sieben und viertzigſte Erklärung: g Jeb biloſophi gedencken in ihren Schrifften zweyerley Steine die uns aftichramn geſchencket werden / wie Haacus, Arnoldus und an⸗ dere ſchreiben. Unter ſolchen meldet Avicenna, daß fie in dem Miſt lägen / verworffen und ohnwerth / wañ fie aber hervor geſuchet und vereiniget wuͤrden / uns das gröffe Geheimnuß geben. Einige erheben den Mercurium von der Sonnen Niedergang / welcher ſich dem Gold vorziehet und daſſelbe uͤberwindet. Der allertreueſte Rathgeber wegen Verehligung Solis und Lunæ, iſt der ae Philofophus Ariſtoteles, welcher in feiner Epi- ſtel alſo uns dieſe Steine beſchreibee: Es ſind vornehmlich 2. Steine in dieſer Kunſt ein rother und ein weiſſer . Der weiſſe bekommet » feinen Schein vom Niedergang auff dem Waſſer / und verbir⸗ v get ſich biß zur Mitternacht / dañ legt er ſich zu Bodẽ: Der rothe „ aber / wuͤrcket im Gegenſchein / und erhebet ſich über die Waſ⸗ „ ſer / mit Auffg ang der Sonnen biß an den klaren Mittag / als⸗ „ dann neiget er ſichzu Boden. Und dieſe Steine find die vorgemeld⸗ ten Adler die von Jove zu Delphis ausgeſendet worden: dieſe auch / ſind der Wolff und Hund / aus verſchiedentlichen gegen uͤberſtehenden Winckeln der Erden kriechende / da einer den andern anfalt und beyde wuͤtend werden. Rhaſis in Epiſt. Dieſe Steine ſind das warhaffte Zezoar von wel⸗ chem uns das beſte das Indien in Orient / aus dem Bauch der wilden Thieren / ſchencketzund ein anderes von geringerer Krafft hat Indien vom Niedergang. Die Peruaner haben es von zahmen Thieren. Giebt uns alſo Orient den grimmigen Wolff / und der Decident den Hund und Freund des Menſchen / das iſt / der Sulphur kommt von Eoo, (Morgen ) und der Mercurius von Hefperio: (Abend) von welchem dieſer weich und nuͤtzlich / jener aber / ein ſtuͤrmiſch⸗zorniger Kopff iſt. So bald aber dieſe beyde einander angefallen / ſind ſie dermaſſen gegen einander im See entbrannt / daß der Hund zwar anfaͤnglich durch ſeine Tapfferkeit den ieg erhalten / und den Wolff zur Erden geleget / der Wolff aber / als er ſich erholet / erlangte ſeine Kraͤfften wieder und warff den Hund zu Boden hiel⸗ te ihn auch al lang unter ſeinen Klauen / biß er gar geſtorben. Gleichwol muſte auch der Wolff an ſeinen Wunden ſterben und den Geiſt auffgeben. Vom Wolff ſchreibet Roſarius ad Euthiciam? Daß er ſeye ein Krieger und Beſieger zweyer / ein bewaffneter von hohem Werth / ſehr ftarcher Krafft / der alle Coͤrper verſchl get wann ſie ihm entge⸗ gen kommen. Weiß waͤre er wann er in den Vorſchein kme / und roth wann er ſich gezeiget hätte. Es ſeye der jenige Mann der die Lunam zu der Ehe genom̃en welchen einige vor das koͤſtliche gold halten / das alſo veſt verbunden / daß feinen cogulat niemand ſchei⸗ den kan / noch deſſen Fußſtapffen austilgen. Ja welches der All⸗ weiſe Schoͤpffer ſeinen Kindern und weiſen Meiſtern reichlich aus⸗
Sieben und viergigfte Erklärung. | g 141 ausgeſpendet. Wiſſet daß die Natur einen gleichen als feinen Feind gefangen. Und bald darauff: Der Schweklift das mächtig: ſte / ſtreitend gegen das Feuer das enthalten wird: aus dieſen als aus denen vereinigten e koſtbarſte Farb; und mag der Schwefel / der feiner Natur nach flüchtig iſt / fuͤrohin nicht mehr weichen / weilen er die Seele in ſich gezogen / und Seele und Leib alſo fich vereiniget und verbunden / daß die Seele nicht mehr weichen kan. Und dem Fragenden / welcher Stein doch der maͤchtigſte ſeyn möchte ? antwortet er ferner: Der Stein der kein Stein iſt / iſt mächtiger als fein Feind / und das rothe iſt ſtaͤrcker als dasjenige / was durch feine Krafft feinen Gefehrden ſtarck gemachet hat. Iſt derowegen der Wolff vom Auffgang von weit gröfferer Macht und
arcke / als der Hund vom Niedergang / ob er auch ſchon den Sieg nicht öffentlich errungen hat / ſondern alfo fort mit ſeinem Feind den Todt erlitte. Beyde geben einen tingirenden Gifft von ſich: wiewol der Unterſcheid von beyden groß iſt / dann der ungeheure Mololſus oder Hund 19555 eine Geſtalt und Wolffs⸗Art von ſich / alſo daß wie er anfaͤnglich ein Wolff 5 — durch die lange Geburt nun ein zahmes Thier worden. Der Sulphur und Mercurius ſind auch von ſchlechtem Unterſcheid / und nimmt diefer feinen Urſprung von jenem und jener wiederum von dieſem. Der Mercurius hatte zwar den Schwefel gezeiget / doch aber hat der Schwefel wiederum den Mer curium gereiniget und zubereitet. Von folchen ſchreibet ebenfals Roſinus, wann er auff die Frage woher doch deſſen Farb kommeꝛ geantwortet / von deffe weit aus gedaͤhnter Bitterkeit: und / woher die Bitterkeit und ung ihren Urſprung nehme! Die Antwort geſtellet / aus einer Metalliſchen Unreinigkeit: Mehr auff die Frag / ſcheinet nie⸗ mahls ſeine rothe Farb vor? Inder Antwort ja auch. Imgleichen. Ob es niemahlen heiſſer als das Feuer: Da er die antwort gefället : Das Feuer iſt nach proportion ſeiner / wie ein Waſſer nach proportion des Feuers. Oder wañ gefraget worden: Ob es nicht mächtiger als das Feuer ſeye: und er mit nein geantwortet. em, warum fübreft du dann an / daß es mächtiger als das Feuer ſeye;! Und es fallt die Ant⸗ wort: Darum / wann das Feuer zu ihm gebracht wird / daß eins das andere verzehre. Aus welchem dann erhellet / daß eins des anderen Speiſe wird / und was dem einen abgehe / dem anderen im Gegentheil wie⸗ der zuwachſe / biß endlichen das 8838 den Vorzug bekommet und der Drach die N G denen Schlachten findet man zu mei, len / daß die fo den groͤſten Verluſt erlitten / dann und wann das Feld und den Sieg behalten: Eben alſo gehet es mit dem Hund ob er ſchon zu Boden liegt / iſt er doch noch nicht gaͤntzlich uberwunden / ſondern er halt alſo feſt inen Feind / daß jener ohne dieſen nicht leben / noch dieſer ohne jenen erſter⸗ en mag. S 3 Der
i42 Acht und viertzigſt. Sinnbild von geheimnuß der Natur. Der Koͤnig wird von denen getrunckenen Waſſern kranck / aber von denen Aertzten wieder befryet und geſund.
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Acht und viertzigſte Uberſchrifft.
Ein Waſſer das der Knecht dem Koͤnig reichet / Der Land uñ Reichthum hatt in groſſemlüberſchuß:
Diß tranck er haͤuffig ein / biß daß ihn hinterſchleichet Die volle Waſſerſucht / der Artzt heilt ſolchen Guß.
So bald er ihn aug, N durch Brechen und
urgire Gereinigt hatt ſo kunt er wiederum floriren.
Als
Acht und viertzigſte Erklärung. 143
es durch. Hitzig und oͤde Platze der Großmaͤchtigſte König Xerxes ſein groſſes Kriegs⸗ Heer führte / und daſelbſt einen 5 en Durſt irlitte / brachte feiner Soldaten einer ein trübes Waſſer / wel⸗ ches er mit groͤſten Gnaden auffgenommen und getruncken / und den Soldaten mit einem herrlichen Ampt dafür Königlich begnadiget. Wie aus denen Hiſtorien zu leſen / ß war wenig ſuͤſſes Waſſer in Per: ſien zu finden / und die — Waſſer waren durch und durch geſaltzen / alſo daß auch die Erde davon mit Uberfluß von Saltz angefuͤllet zu ſehen war. Der Philoſophiſche Konig leydet ebenmaͤſſig groſſen Durſt / und be⸗ fiehlet eine groſſe Menge ſuſſen Waſſers ihme darzureichen / auff daß er ſich erſaͤttigen und des groſſen Durſts erwehren koͤñe / wie Merlinus in feinen Al- legorien gar . und herrlich ausgeführet. Der krancke vielfärbige Koͤ⸗ nig bedienet ſich in ſolcher feiner Kranckheit vieler Aertzte. Die Egyptier huben vor allen ſeine 0 sehe Feuchtigkeiten / welche Hippocrates zu kochen und zu reinigen anbefohlen / es waͤre dann daß fie flüffig und umfreſſend ge⸗ funden wuͤrde: dieſe muſte man behend reinigen / auff daß ſie nicht in das innerſte deren Adern eindrüngen und das gut und reine anfielen. Des Königs Zuſtand war gefährlich / dann er lag gantz abgekraͤfftet in tieffen Ohnmachten da; weßwegen die von Alexandria hervor getrettene Aertzte das ihrige verſuchen / und ſeine langwierige Kranckheit beſehen muſten. Sie bewieſen ſich als ſolche Meiſter / die ihm ſeine vorige Geſundheit ga⸗ ben / daß P Ruhm und Vorzug erlangten. Einen ſo groſſen König alſo glücklichen zu curiren ziehet einen herrlichen Lohn nach / und verdienet daß der König ihm die Hand biete und alle Gnad bezeuge · Von groſſen Koͤnigen lieſet man / daß ſie oͤffters ihre Aertzte / die ſie gluͤcklichen curixtt / mit groſſen Regalien und Geſchencken begnaͤdiget. Democides bes kam vom Polycrate dem tyranniſchen König der Samier 12000. Cronen. Erafiftrates ( der nach Plini Meynung des enen der Mutter ein Enckel Ariſtotelis geweſt Von Prolomæo des Koͤnigs Antio⸗ chi den er curiret) Sohn / aus einer ſonderbahren Liebe gegen feine Stieffmutter 100. Talent. Jacobus Cocterius, Ludovici des zwehten Rd nigs in Franckreich Leib⸗Medicus ee ſolchem 4000. Cro⸗ nen Sold empfangen haben. Dieſer Philofop 15 König ſo reconva- leſciret und wieder geneſen / theilet einen noch ſehr höheren Lohn aus. Wie Hermesundder Geber ſchreibet: Dann ſagen fie / wer einmahl dieſe Runſt vollbracht kan taͤglich viele tauſend Menſchen auff hundert tauſend Jahre (wo er alſo lang leben würde ) ohne eintzigen Mangel oder Abgang erhalten. Und dieſes bekraͤfftiget Senior mit folgenden Worten : Der jenige iſt reich der den Stein der war en
144 Acht und viertzigſte Erklaͤrung. ſen hat / als woraus das groſſe Elexier bereitet wird; dann wer Feuer hat / kan auch wiederum Feuer mittheilen / wann und weme er will / zu allen Zeiten / ohne Schaden oder Abgang. Des De- mocriti Vatter war fo reich / daß er des Königs Xerxis gantzen Heer ein herrliches Mahl bereitete. Und Pyrkius ein reicher Mann bezahlte gedach⸗ tem Heer ſeinen gantzen Krieges Sold / und erhielte es 7. Monat lang an Proviant / nur damit der König feinen Sohn der ein Krieger war / er⸗ laſſen / und ihme zum Troſt in feinem Alter ſchencken möchte. Dieſer ty⸗ ranniſche Koͤnig aber ſchlug des Pychii Bitt ab / und ließ deſſen Sohn von einander reiſſen / und auff offene Straſſen hängen damit ihn jederman im Marſchiren ſehen koͤnte. Sabellicus im 2. Buch Ennead, 3. Alle die⸗ 5 Reichthuͤmer find nichts gegen unſeres Philoſophiſchen Koͤnigs
chatz dieſer ift ohne Grund und Maas. Den geſund gewordenen und vom Waſſer erledigten König ehren alle Könige der Erden / und wann ſie feine Wunder Kraͤfften ſehen wollen / thun ſie ein einig Loth gereinigten Mereurium in einen Tiegel / und tragen nur ein Hirſchen Koͤrnlein ſchwer von ſeinen Naͤgel / Haaren oder Blut darein / ſo bekommen ſie in kurtzem / fo bald es nur bey einem kleinen Feuer gefloſſen und wieder kalt geworden / der Weiſſen Stein. Dieſer iſt der Stein oder Koͤnig wovon der Graf Bernhard ſchreibet: Daß er feinen 6. Hoff bedienten alſo viel mitthei⸗ le wie er ſelbſt beſitze / weilen ſie ſo lange verzogen / biß er aus dem Bad gantz verjuͤnget zurück gekehret undfeine Kleider / als den ſchwartzen Panzer / das weiſſe Sembd und den purpurrothen
Mantelangezonen. Ihnen theilet er ſein Blut mir / und ſaͤttiget ſie mit Reichthum.
Das
Neun und viertzigſtes Sinnbild von geheimnuß dert Tatur. 145 Das Philofophifche Kind hat drey Wätter wie
Orion.
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Neunund viertzigſte Uberſchrifft. Orions edlen Stamm drey Vaͤtter hier bezeugen Als Phoebus und Vun an 5 Aach;
Der wilden Ochſen Haut ſie ihren Saamen reichen / Damit auch ihr eburt komm in ſehr hohen Werth / Durch Glantz und Macht dieſelben ſtets ſoll prangen / Und als ein kluges Kind mit Weißheit ſeyn umfangen. a T Die
146 Teun und viertzigſte Erklärung.
Je Weiber fo ſich allzu viel mit denen Männern vermiſchen / wer⸗
den ſelten einer lebendigen Frucht erfreuet / weilen die Unordnung
des Saamens eine Hinterung bringet. Dann es leydet die Natur in der Generation bey Menſchen und Vieh keinen Uberfiuß von vielen. Dahero auch ein eintziger Vatter und Mutter nur erfordert wird / ob auch ſchon die Mutter jezuweilen mehr dann eines bringen ſol⸗ te. Aus denen Hiſtorien iſt bekandt / daß im Jahr 1276. Grafen Her⸗ manns zu Henneberg Gemahlin dreyhundert und fuͤnff und ſechtzig Kna⸗ ben und Maͤgdlein zu einer Zeit zur Welt gebohren / die alle die Heilige Tauff empfangen; worunter die Knaben Johannes und die Maͤdgens Eliſabethen benahmet worden. Dieſer Begrabnuß findet man zu Laus⸗ dun in der Kirchen eine Meilen vom Haag in Holland / ſammt dem Kupf⸗ fer⸗Becken worinnen fie die Tauff empfangen; Die Urſach folcher ſchwe⸗ ren Tracht der Graͤfin ſolle geweſen ſeyn / daß dieſelbe eine Bettel⸗Frau / ſo zwey Kinder zugleich gebohren / und mit dieſen vor ihrer Thuͤr gebet⸗ telt / aus falſcher Einbildung / daß 2. Kinder nicht von einem Mann koͤn⸗ ten gebohren werden / eine Ehebrecherin geſcholten: welches die arme Frau alſo fehr zu Hertzen gezogen / daß ſie ihr einen Wunſch gethan. Dieſes iſt zwar ein gar rar und wundernswuͤrdiges Exempel; doch dabey in der Pas tur gegründet / welches mehr aus Verhaͤngnuß des groſſen GOttes / als aus einem Seegen gefloſſen. Bey dem Philoſophiſchen Werck fo in vie⸗ lem der Natur entgegen zu tretten ſcheinet / iſt leicht eine allegorie oder vers bluͤmte Vorſtellung zu gebrauchen. Dann in ſolcher 2. oder 3. Vatter / und eben ſo viel Muͤtter bey einer Geburt gemeldet werden. Wie deſſen Raymund Lullius als Roſarius gedencket / anfuͤhret: Das Kind habe 2. Vaͤtter und 2. Muͤtter / und weilen es aus der ganzen Sulllantz
im Seuer ſo reichlich geſeuget worden / feve eg ohnſterblich. Derentwegen wird auch der Dionyfius oder Bacchus der Zweymuͤttrige ge⸗
nannt / weichem unzeitigen / nachdeme die Mutter verbrannt wurde / Jupi- ter qus ihrem Leib gezogen / und in feine Huͤfften verwahret biß feine Ge⸗ burts⸗Stund vorben geweſen: iſt alfo aus dem Vatter die Mutter worden. Deutlicher erFläret ſich ſolches durch die Geburt des Orionis, welcher durch eine Vermiſch⸗und Verwicklung Apollinis, Vulcani und Mercuri Saamens / den ſie in die Ochſen⸗Haut genehet / nach 1o. Monathen zur Welt gebohren. Dieſes moͤgen in Warheit recht abentheuerliche mon- ſtroſe Fabeln ſeyn / doch hält etwas ſonderbahres darunter die geheime Natur verborgen. Lullius in Theorica Teſtamenti eignet feiner Philofo- -
hiſchen Geburt gleiche Vaͤtter zu / als Solem welches der Apollo oder die Sonn am Himmel / und der Urheber der Geburt iſt. Dann ſie ar
Nenn und viertzigſte Erklärung: 147 durch ihre unausſprechliche influeng und Sternkrafft in die Materi als die Mutter: in derſelben bereitet fie einen Sohn von ihrer ſchafft / wel⸗ chen fie mit ihren Tugenden ausruͤſtet / und die vaͤtterliche Erbſchafft aus handiget / daß er das unreiffe zeitigen / und das unreine und zum tingiren ohngeſchickte / rein und tingirend machen kan. Dann was kaum in 1000, . die Sonne vollbringet / verrichtet dieſer in einer halben Stund.
amit er nun tauſendfach mehrer dann die Sonne wurcke / fo übergibt ihn der Vatter zu Vermehrung feiner Krafften/ dem Vulcano, daß er ihn in die Zucht nehme und unterrichte. Dahero auch das Spruͤchwort kommt: Jung gewohnt alt per an. Und um ſolcher Urſachen we⸗ gen wurde auch dem Jaſon der Achilles, und dem Chironi der Hercules zur Information und Zucht anvertrauet. Von Milone zu Croto lieſet man / wie er eine ſolche Staͤrcke ſchon in ſeiner Jugund gehabt / daß er als ein Knab ein Kalb getragen / und durch dieſe Gewonheit hätte er in feinem Alter einen Ochſen auff die Schuldern genommen. Gar nicht ſchimpff⸗ lich kan es fallen / daß dieſer Soñen⸗Knab auch von dem Kuͤnſtler Vulcano als einem Vatter unterrichtet worden / weil er wie der erſtere ſeine vatter⸗ liche Pflicht bewieſen. Ein Schüler mag nicht leicht ein atzel ſeines Lehrmeiſters colo iren / noch ein Kind denen Eltern feine Danckbarkeit ge⸗ nugſam vor die Geburt erweiſen. Dieſe bringen den Coͤrper vor / und je⸗ ne zieren das Gemuͤth. Wann nun das Gemuth mehr dann der Leibe iſt / fo gebuhret auch jenem ein weit mehrerer Danck als die en. Bey dem Auff⸗ gang Orionis, iſt der Mercurius die Materi / Apollo die Form / und u
