Chapter 12
Section 12
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100 Vier und dreyſſ gſtes Sinnbild von Seheimnuß der Natur.
Bad wird er gezeuget und in der gebohren . — i
Sen e S emen, Und ers von Gotterlangt undes gar leuhurd en
Vier und dreyſſigſte Erklärung. lor Inigen Perſohnen wurde vormahls durch Schmeicheley und flache Einbildung derer Hiſtorien⸗Schreiber angedichtet / daß
ſie von den Goͤttern entſproſſen / wie vom Alexandro dem Groſſen ju leſen / der da nicht von feinem Vatter dem König Philippo in Macedonien / ſondern dem Gott Jove zu Hammon ſtammen ſolte. Der Romulus und Remus ſolle von Marte gezeuget / und Plato von Lerictione einer Jungfrauen entſproſſen ee von Apollinis niedergeſchlagenem Angeſicht geſchwaͤngert worden. Und alſo haben die Heyden erweiſen wol⸗ len / daß fie von den Goͤttern ſtammeten / als wie Theflalus des Kunſtbe⸗ rühmten Medici Hippocratis Sohn / der ſich vom Apolline gerühmet/ und die Athenienſer darzu bereden wollen. Wir Chriſten aber wiſſen deſſen ein beſſeres und halten folche Goͤtter vor ohnwahr / noch daß dieſe Helden von ihnen einen Urſprung fuhren. Dann haben fie ſich ſchon durch ihre Tapf⸗ ferkeit einen unſterblichen Nahmen erwecket / ſo iſt doch dieſer falſche Wahn ihrer ſchmeichlenden Bedienten falſch / weilen fie ſelbſten fterblich en und dieſes Zeitliche verlaſſen muͤſſen Ein weit andere Beſchaffen⸗
bei t es mit der Weiſſen Sohn / als welchem fie eine unbekandte fremde Geburt zuſchreiben / dann er hat vor allen anderen die das Liecht der Welt geſehen / darum einen Preiß und Vorzug / weilen ſeine Empfaͤngnuß in dem Bad und ſeine Geburt in der tut eſchehen. Wir finden aus der taͤglichen Erfahrung / daß die warmen Baͤder der ohnfruchtbaren Weibs⸗ KH Natur die da kalt und trocken iſt / erwaͤrme und zur Empfaͤng⸗ nuß geſchickt mache: daß aber die Empfängnuß ſelbſten in denen ſelben ver⸗ richtet werde / wird niemand vernuͤnfftiges behaubten koͤnnen. Hat alſo der Philofophen Sohn was beſonders von der Natur erlanget · Sonſten aber wird gemeldtet / daß die Zeugung dieſes Kinds in dem Boden des Gla⸗ ſes / und ſeine Gebahrung in deſſelben Helm geſchehe / welches uns was glaublicher fället. Dann die Waſſer⸗Baͤder find nicht in der Hoͤhe / noch auch in der Mitten des Gefeſſes / ſondern am Boden / im Helm aber fin⸗ den fich die Tampffe der Lufft. Sobald nun die Conception und Empfaͤng⸗ nuß gefche en / ſo ſteiget es uberſich begiebt ſich in den Helm / und machet feinen Anfang mit der Weiſe. Am Boden herrſchet die Schwartz / wor⸗ von Roſarius folgendes meldet: Die conception wird vollbracht wann die Erde in ein ſchwartz pulver / lviret iſt / alsdann faͤhet ſie an ein wenig von dem Mercurio in ſich zu nehmen und zu und der Mann wuͤrcket in das Weib / das iſt / der in die Erden. Bald darauff : Die Concepsion und Verbindnuß geſchiehet in der Faͤulung am Boden deines en die Gebaͤhrung der Neu ankommenden vollbringet die das iſt / es geſchiehet in
dem Helm deines Glaſes . Weß wegen auch die Gebaͤhrung in N32 dem
102 Vier und dreyſſigſte Erklärung. den Balneis nichts anderſter zu nennen iſt / als eine Faͤulung in dem Miſt. Weiters meldet auch Rofarius: Das Corpus thut nichts ans derſter als daß es in die Faͤulung gehet / und mag nimmermehr darzu gelangen / es werde ihm dann fein Mercurtus mit zugeſe⸗ set. Und bald: Die Putre faction geſchihet allein durch eine gantz linde Waͤrme des trocknen warmen Miſt / und wo es anderſter bereitet werdẽ ſolte / ſteiget es empor und ſcheidet ſich / welches aber nicht geſchehen darff / biß ſich Mann und Weib rereiniget und eins das andere angenommen Hiervon haben wir ein richtiges Merck⸗ mahl / daß wann es in der en Schwärge ſtehet / alles wohl ſolviret ſeye. Sein Auffgang oder Geburt alſo iſt die weiſſe Farb / welche auff de⸗ nen Spitzen derer Bergen / das iſt / in der Lufft oder in dem Helm zu ſehen und zu finden iſt. Welches Rofinus ad Euthiciam erklaͤret: Es ſpricht der Weiſe / nimm dein Weſen aus der Minera, erhebe es in die Soͤhe / treibe es von der Spitze des Gebuͤrges / und loͤſe uͤber ſei⸗ ner Wurtzel auff. Und ferners: Durch das Gebuͤrg verſtehe den Cucurbit (Kolben) und durch die Spitze des Gebuͤrgs den Helm. Treiben von der Spitze des Gebuͤrgs / iſt ſo viel / als uͤber dem elm in die Vorlag (Kecipienten) ein Waſſer deſtiliren und Auff⸗ loͤſen über feiner Wurtzel iſt das jenige was über dem cohobirt oder angezogen wird / worvon es anfaͤnglich gekommen. Derowegen gedencket er auch von denen Glaͤſernen Bergen / weilen in denen Bergen welche Glaͤſer ſind / feyen Sonn und Mond gezeuget worden. Und dieſes gedachter Rofarius. Wann nun endlichen die Roͤthe erſcheinet / ſo faͤhet es an uͤber die Waſſer zu gehen / das iſt / zu ſtehen über die Meralla die im Feu⸗ er flieffen als wie ein Mercurial. Waſſer; dañ dieſer iſt der Regent der Waſ⸗ ſer / und fuͤhret (wie der Neptunus) die Herrſchafft uͤber ſelbige. Er iſt ein Koͤnig des Meers und ein Beſitzer der Berge. Von Xerxe dem Perſer Koͤ⸗ nig wird geleſen / daß als er einsmahls Griechenland mit einer Heers⸗Macht überziehen wollen / eine Legation oder Geſandſchafft an das Meer und an den Berg Ath geſendet haben ſolte / mit Bedrohung / wo jenes ſeinen Zug durch ſeine Wel⸗ len / dieſer aber durch die Flamme feines Schlunds (dann er wirfft Feuer aus) verhin⸗ dern wuͤrde / er beyde mit harter Straffe daruber heim ſuchen wolte. Und als ein ſolches erfolget und theils Schiffe zu Grund gegangen / auch ermeldter Berg viele darvon durchs Feuer ver zehret / haͤlte dieſer Koͤnig als ein Herr des Meers und Gebuͤrges / jenem dem Meer vielerley Plagen anzuthun befohlen / dieſem dem Berg aber / zum groſſen Theil abbrechen und ins Meer werffen laſſen. So mehr vor einen Ohnverſtand als Klugheit dieſes Koͤnigs zu halten. Dieſer der Philoſophiſche König reiniget alle Waſſer von ih⸗ rer Unrinigkeit / und zwar nicht durch ſcharffen Befehl wie Xerxes, ſondern in der Chat / dann er gehet gerne ein und congeliret ſie / daß durch ihre Harte ſie ſtille ſtehen / und die Schiffe nicht meh hemmen moͤgen. Ja er verein igel die Berge mit den Thaͤlern und foͤrchiet keine Flamme. In Summa / er reiſet von denen Seulen (Bergen) Hetculis, biß zu den Ber en Dion y lu des aͤuſſerſten Theils des Indien. Ski ei
Sůͤnff und dreyſſigſtes Sinnbild von Geheimnuß der x ratur. 103 Gleich wie die Ceres den Triptolemum und die Thetis
den Achillem dahin gebracht / daß ſie das Feuer vertragen kön · nana auc Die Weſenhaben ihrn En beftändig gemachet ·
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Fuͤnff und drey Sieh an Triptolemum, A chillem auch den Helden / Die von der Mutter ſind beveſtigt in der Glut: Ihn Ceres naͤchtlich hielt wie dieſemnach vermelten / Die Theis in der Flam̃ / des Tages an Milch⸗Gut. Auff gleiche Art muft du der Medicin der Weiſſen / Wie einem Kind / darreichen die Milch⸗Speiſen.
Jener
Fuͤnff und dreyſſ gſte Erklärung. 5 Iner Spartaniſche Geſetzgeber Lycurgus; ftellte bey einer oͤffentli⸗ chen Verſammlung den Beweiß boͤß und guter Gewonheit durch :wey junge Hunde vor / die von einer Hündin gefallen / wann er ſieunter das Volck geſtellet / und in die Mitte ſolcher beyden einen Topff mit Brey gefuͤllet / nebſt einem lebendigen Haaſen / worvon das ei⸗ ne Huͤndlein den Haaſen verfolget / das andere aber den Brey angefallen und gefreſſen; mit dieſem ferneren Anſpruch / ſehet was doch die Erziehung thut / und wie beyder dieſer Hunde Gewonheit ( Die jedoch von einer Huͤn⸗ din kommen) ſo ungleich iſt. Und auff ſolche Art muß man auch die Na⸗ tur verbeffern und zu hoͤhern Dingen fuͤhren / weil ſie gleichſam wie ein weis ches Wax ſich zum guten und boͤſen lencken und drehen laͤſſet. Unter ſol⸗ cher Staats⸗Regul pflegen auch die Philo ſophi aus der Phylic ein gleiches zu approbiren und zu billigen: dann was unter Menſchen und Thieren vor Gewonheiten eingeſchlichen / zeiget uns allenthalben die taͤgliche Erfah⸗ rung genug. Bey den Kraͤutern und Vegetabilifchen Gewaͤchſen wird eben⸗ falls nicht wenig zu obſerviren ſeyn. Was aber bey denen Metallen und Mineralien zu ſehen ſeyn moͤchte / ſtehet zu erwarten; wiewohl es rar und ſeltzam iſt. Nichtsdeſtoweniger Agiren fie ihren Stein der Gewonheit nach mit einer gemaͤſſigten Hitze / worvon ſie oͤffters Meldung thun: dann allein im Feuer findet der Stein feine Nahrung / gleich wie das Kind an der Mut⸗ ter Bruͤſten. Weßwegen auch Emiganus rufft: Betrachtet das ſau⸗ gende Kind und verhindert es nicht · Und Bodillus: Die ans Liecht getrettene Frucht muß durch die Milch allein geſpeiſet / und in ſeiner zarten 2 ugend durch die ſanffte Waͤrme erhalten werden / und wann ſie etwas ſtaͤrcker worden / fuͤhret man ſie zu allem Thun der Jugend an / als worinnen ſie nachgehends mehr und mehr auff roaͤchſet und zunimmt. Und Arnoldus in Roſario ! 2. c. 7. ſchreibet Man muß dieſe Mediein genugſamůber dem Feuer ko⸗ chen / und in ſolchem Nutriment (Nahrung) des Feuers erhal⸗ ten / wie den Knaben bey den Brůſten der Mutter Und eben die⸗ ſes haben die Alten Philoſophi durch ein Sinnbild von Triptolemo und Achille porgeſtellet / wann fie gedichtet / daß fie durch das Feuer alſo ges haͤrtet und feterbeilänbig 5d en worden / daß fie keine Macht des Feu⸗ ers mehr ergreiffen und beſchaͤdigen koͤnnen. Veyde find eine Chymifche Vorſtellung / und ein erdichtetes Weſen. Dann die Ceres war des Tripto- lemi Amme / welche ihn des Tags an ihren Bruͤſten geſauget / des Nachts aber in die Aſchen Glut geſetzet und gehaͤrtet. Als nun Eleuſius des Tripto- lemi Vatter vermercket / brachte fie ihn ums Leben / und ſatßzte feinen Sohn auff einen Wagen der mit Schlangen beſpannet war / und ſchickte ihn durch die Lufft in die vier Theile der Welt / um denen Einwohnern des . a e
7 Künff und dreyſſigſte Erklärung. tot ſes die Saat zu lehren. Dieſer Triptolemus iſt der Philoſophen Tinctur, welche unter der Glut des Feuers erzogen und von denen Gange pa iſt / vom Mercurio geführet worden iſt. Dieſer hat die Weiſen gelehret / wie ſie ihren Saamen in die Erde ſaͤen muͤſſen. Und eine gleiche Fabel wird von dem Oſiride geleſen / als welcher ebenmaſſig die Welt⸗Kugel durchwandert / wie wir anderwaͤrts bereits Meldung davon gethan haben. Von Dionyſio dichtet man / daß er denen Menſchen den Gebrauch des Weines gelernet. Fuͤhren alſo alle dieſe drey als Triptelemus, Oſiris und Dionyſius einerley Verrichtung und Amts⸗Geſchaͤfften / eben wie Achilles der Starckt / der zu Belagerung Troja verfehen worden. Sein Vatter war der Berg Peleus oder die Erde / die Mutter aber die Thetis die Goͤt⸗ tin des Meeres und der Fluſſe / als von welchen dieſer tapffere Held geboh⸗ ren worden. Bey ihrem Hochzeit ⸗FJeſt empfieng die Goͤttin Eris den guͤl⸗ denen Apffel / als wodurch der Trojanifche Krieg feinen Urſprung genom⸗ men / und weilen er aus dieſem ihrem Ehebett entſproſſen / ſo wurde er zum Executore exwoͤhlet / als wie der Triptolemus der von Cerere geſandt wor⸗ den die Saat zu lehren. Auch Achilles iſt im Feuer gehaͤrtet worden / wor⸗ von wir vormahls ſchon im 6. Kupffer Meldung gethan. Des Steines Nutriment iſt das Feuer / doch ſolcher Geſtalt daß es niemand nach der Hoͤ⸗ he / Tieffe und Weite nehme; auch wuͤrcket das Feuer keinen Abgang ſei⸗ nes Gewichts. Seine Krafft / Zeitigung und Farb kommt ebenmällig von dem Feuer her / ja alles andere folget aus demſelben als ein Zehrpfen⸗ nig nach. Wann nun aus verſchiedenen Orten deſſen Theile zuſammen getragen / gereiniget und in einander gefuͤget ſind / ſo hat es in ſich alles was man nur verlangen mag. Dahero auch Rolarius der Philoſophus meldet: Es führer alles bey ſich was dieſes ſtinckende Waſſer noͤthigz bat. Wird ihm auch nichts fremdes / ohne was ihm zugehoͤret / vom n zum Ende beygefuͤget / noch was anderſter entzogen / als was ihm nicht anftändig oder eigen. Der Kunſtbegierige Sucher hat dann — zu behertzigen / daß er die zwey Drachen die den Wagen ziehen ſollen / wohl verſtehe / ehe er zur Arbeit ſchreit / dann fie find gefluͤgelt und flüchtig. Und dieſe zu ſuchen / 5 575 den Philoſophiſchen Miſt / dann ſie ſind ein purer Miſt und haben ihren Urſprung von ſelbem. Sie ſind das jenige Gefaͤß wovon Maria ſprich: E keine Zauberey oder Schwartz⸗
Zunft ſondern das Regiment des Feuers / ohne welches nichts zu wuͤrcken. Hier eröffne ich die Warheit / die een offer ö ö en
Muͤhe von langen Jahren her aus der Alten Sch ’ gezogen. 8
* Der
176 Sechsunddreyffaft. Sinnbild von Geheimnuß der Natur.
Der Stein iſt zur Erden geworffen und auff das Ge⸗
buͤrg geſetzet worden / wohnet in der Lufft und naͤhret fi 155 im Waſſer / das iſt Mercurius. BCE
Scchs und drepfigfteliberfhnfit.
Der Weiſen erſtes Werck verſchied ne ſich erleſen / Im Stein und auff dem Weg / in Excrementen gar / Ja auf des Berges Spitz / und daß das wahre are Lufft / Waſſer auch beſißz / dicht der Areiſten Schaar. Zwar jedes iſt natuͤrlich zu betrachten / | Doch kan vor allen wohl / der Berg ſeyn hochzuachten. Daß
Sechs und dreyſſigſte Erklärung. 107
Aß ein jeglicher / der vom Stein der Weiſſen und deſſen Krafft je⸗
mahls nur gehoͤret / die begierige Fra ſtellen werde / woher er wohl
zu nehmen oder zu holen ſeye? iſt leicht zu erachten. Die Philofo-
phi aber geben uns hiervon Anleitung 2 zweyen Wegen und ſa⸗
daß es der Adam mit ſich aus dem Paradeiß gebracht / und waͤre noch jeglichem Menſchen / als dir und mir zu eigen / ja der Wandersmann brachte es mit ſich aus fremden Landen. Zweytens: Man findet es in der Erden / auff denen Bergen / in der Lufft und auch im 1 Ob und welchem nun von dieſen beyden Wegen zu folgen ſeye ? fernershin eine Frage entſtehet. Ich halte aber dafuͤr / daß beyde zu doch ein jeder in 10 proportion und Maas) zu wählen find / zumahlen uns ſo dann von lbigen mehrere Anleitung und Sicherheit verſprochen wird In der vor⸗ ſtehenden Hieroglyphifchen Figur wird gedacht / daß der Stein zur Erden geworffen ſeye / welches uns ein Vorbild iſt / daß das Element der Erden uns in einem Schwartzen duncklen Coͤrper am erſten erſcheine und zu Han⸗ den komme. Dann / daß es auch eine gar gering und verachte Sache ſeye / die auff offenen Straſſen / ja fo gar auff dem Miſt zu finden. Roſarius ſchreibt alſo darvon: Wann ichs ſolte mit Nahmen nennen / wuͤr⸗ den es die ohn wiſſenden nicht glauben. Und Morienus giebt dieſem der ihn vom Feuer fragt folgenden Beſcheid: Es iſt nichts anderſter / als was der Weiſſe ſpricht der Reiche hat es wie der Arme / der Fre ygebige wie der Karge und der Keiſende / wie der der da ſi⸗ get: Man wirfft es auff die Straſſen und tritt es in den Miſt / weß wegen auch viele (wiewohl vergebens) in den Miſt geſuchet. Mundus in der Turba: Wann es die Verkaͤuffer wuͤſten / fie würden es viel theuerer geben Und Arnoldus: Man kan den Stein in ſol⸗ cher Menge als man will umſonſt haben ohne daß man jemand darum anſprechen moͤge. Und dieſes ift alles wahr / dann wer — ei⸗ nem eine Erde oder ein Waſſer wehen Fwann er ihn darum begruͤſ⸗ fet? Als die Cymbrifchen Voͤlcker einige Ehren⸗Aemter von denen Roͤmern begehrten / und ſelbige nicht erlangen kunten / find fie in Italien einge⸗ druͤngen / und haben viele tauſende mit ſammt dem Rath getoͤdtet / wie die Hiſtorien uns Meldung thun. Die Erd als aller Menſchen Mutter iſt das edelſte und erſtere / nach ihrer Faͤulung aber das ſchlechteſte und letztere. Dann was iſt leichter oder verachter als ein Koth? und dieſes iſt eine Er de mit dem Waſſer vermiſchet. Ja was iſt gemeiner als ein Erd⸗ ſchollen⸗ Gleichwohl hat ſolcher Erypilus des Neptun Sohn denen Helden / die mit ſaſon nach Colchos gereiſt zu einem Geſchenckgchracht welches ſie auch mit Dancknehmung MEINE nachdeme es von . an 2 affer
8 Sechs und dreyſſigſte Erklärung.
Waſſer verkehret worden / groſſe Weiſſagungen gewuͤrcket. Muß alſo die Erde in ein Waſſer auffgeſchloſſen werden / wann fie ihre Wuͤrckung thun ſoll / ſonſten tauget weder jenes noch dieſes. Und auff ſolche Art wird der Stein zur Erden geworffen / woſelbſten aber er nicht be bleibet / ſondern auff die feuerſpeyende Berge / als den Berg Ach, Veſuvium, thnam, dergleichen viel geſehen werden / erhoben wird. Dann auff dieſen Bergen findet fich ein immerwaͤhrendes Feuer / welches den Stein ſublimiret und zur hoͤchſten Wuͤrde bringt. In denen Bergen wachſet er gankreh aus Sulphure und lebendigem Mercurio; auff deren Spitzen aber wird er ums gekehret und gezeitiget / als woſelbſten Graß waͤchſet / ohne welches das Feuer nicht gemaͤſſiget ſeyn koͤnte / dann das Kalt und Feuchte wird mit el Macht durch fein Wiederwaͤrtiges ausgetrieben und davon gejagt. on denen Bergen gehet es in die Lufft / und nimmt ſeine Wohnung da⸗ En Die Lufft iſt fein beftandiger Aufenthalt / als wormit er gantz um⸗ chloſſen / daß es alſo mit Warheits Grund heiſſen kan / der Wind habe ihn in feinem Bauche getragen. In der Lufft wachſet er / wie vormahls ſchon gedacht worden. Endlichen holt er ſeine Nahrung in dem Waſſer / das iſt / der Mercurius wird vom Waſſer geſpeiſſet. Weßwegen ihm auch u ſeinen ſelbſt eigenen Ehren die Achenienſer zu der Waſſerſcheu / oder Bafferfurcht (iſt eine gewiſſe Kranckheit) verordnet / weilen die Materia des Philoſophiſchen Steins ein Waſſer iſt / wie Roſarius ſchreibet: und das Waſſer von jenen dreyen verſtehet. Um dieſer Urſachen we⸗ en wird der Mercurius auch dreyfach genennet / als waͤſſerig⸗ bemmliſch und irrdiſch / weilen er aus Waſſer / Lufft und Erde beſtehet. Die Poeten dichten / daß er vom Vulcano auff eine diebiſche Art erzogen worden / dahero er durch die fluͤchtige Feuers⸗Flam gewohnet ſeye / alles mit ſich zu nehmen und zu rauben / was ihm nur wird beygeſetzet. Des nen Egyptiern hat er Geſetz und hr gegeben / und denen Thebaniſchen Prieſtern / ja den meiſtentheil der Welt den Opfferdienſt gelehret. Dann von der Chymiſchen Wiſſenſchafft haben die Egyptier das weltliche Regi⸗ ment und ihren Gottesdienſt / und von dieſen iſt es denen Griechen übers bracht worden / als welche es weiter auff die Roͤmer transferiret / da es auch andere Voͤlcker bekommen. Den Archum erlegte er mit einem Stein / und verwandelte den Battum in einen harten Felſen. Was mehr? alle Philoſophi gedencken einhelligdes Mercurũ und erweiſen feiner Tugend Krafft in Dies in Worten / allein in dem Mercurio iſt enthalten was die Weiſſen ſuchen. nd dieſen muß man alſo lange ſuchen / biß er funden wird / er ſeye alsdann in der Lufft / im Feuer oder in der Erden enthalten. Es iſt umſchweiffig / bald da bald dorten / laͤuffig und zum Dienſt der Philo ſophiſchen Götter bereit / als deren Befehl er ohnverzuͤglich ausrichtet / und legen ihm einge eine Engliſche Tochter zu. Zum
