Chapter 12
D. Gr. 486ff.), auch Manilius kennt sie nicht. — 2. 125—127: Anfang
ist das Chaos, so Hesiodus: erwahnt bei Manil. II 13. — 3. 128 — ^131 Anfaug sind die Atome: Leucippus: bizi^-exo axot)(£Ta xa^ axop-ou^ (Diels D. p. 483), ebenso Democritus und Epicurus (Diels D. 610). — 4. 132 — 134 das Feuer nach Heraclit (vgl. Lucret. I 635). — 5. 135 — 136: liquor — Soi.Xfiq ap^c^v xwv ovxwv dTiEcpTjvaxo x6 {55wp (Diels D. p. 276). — 6. 137—144: die vier Elemente. — Empedocles: x£xxapa jjisv Xiyzi Gzoiysloi,, TiOp dlpa uSwp yfjv, §uo bh xp-/j.v.ccc, ouvd[j,£t$, 'ftXcav X£ xal vzlv.oq, wv -^ [Ji£V ivtoxtxV), x6 hk otatp£xtxdv (Diels D. 286 ff.). — Zu einzelnen: 130 summa c, leitet darauf, natura als Subjekt festzuhalten und sumpta est — futura zu lesen. — natiira das All. — 136 zu ipsumque uorat ist ein qui zu erganzen. — deum = mtmdum. — 140 creentur mit Bentl. — 144 capacia statt rapacia fordert der Sinn (vgl. I 822).
145 genus = y^vsaig in pugna und dubium = streitig und zweifelhaft (Manilius folgt weiterhin der Aristotelischen Anschauung). — 147 Mit sed tameu werden die Schopfungshypothesen als gleichgiiltig abgelehnt. — facies (Gestalt) ziehen die Erklarer zu conuenit, „die
6 Buch 1, 148-179.
Gestalt stehe fest, stimme iiberein". Das Gegenteil besagt 145 hin- sichtlich des Anfanges der Dinge. Dem Gedankengange entsprechend andere ich nicht blos quaecumqiie in quacumque (mit Scalig.), soudern auch facies in facie^ und ziehe conuenit zu corpus in 148. Sinnr „aber das WeltgebJiude, gleichgiiltig in welcher Gestalt bei dem An- fange der Dinge, stimmt zusammen, und seine Glieder, die Elemente, folgen sich in fester Reihe" (conuenit wird so gebraucht, zb. II 785 u. a. m.). — Es folgt bis 172 der Aufbau der Welt nach Chrysippus (Diels D. 465fP.) und Cicero (d. N. D. II 116): ignis. aer^ aqua, terra. Manilius baut von oben, jene von unten auf (daher 149 oras, nicht auras; aber richtig auras 152 und 157; descendit 152, nicht secessit mit Bentl.; an richtiger Stelle steht 154: ignem fiatus alit — die Aufgabe des zweiten Elementes, wie 158 die des dritten: aeraque ex ipso ducentem semina pascat, alles ausfiihrlich bei Cicero I. c). — 155 — 156 fluctusque uach g; natantis stehendes Beiwort zu undas. In 156 nimmt man mit Scaliger fudit per aequora und erklart mit Huet: ^jer recentes planities terrae mare effudit (nach 165). — 159 glomerato = globato. Die Anordnung der Elemente folgt uach ihrer Schwere, die Erdoberflache gestaltet sich ebenso. Ausfiihrlich Lucret. V 440ff. : sic igitur terrae concrcto pondere pondus constitit atque omnis mundi quasi limus in imum confliixit grauis et subsedit funditus ut faex.
167 imaque de cunctis: als Ergebnis des vorigen ware der Vers wohl nicht zu halten (Bentl.). Er eroffnet aber die folgeude bis 235 sich hinziehende Lehre von der in der Mitte der Welt schwebenden Erde. AIs ima ist sie stabilis, kann nicht weiter fallen (168 — 170). — 171 — 172 ihre Consistenz als Wirkung der Schwerkraft uach Cic. d. N. D. II 45, 115 (contra ectis in m deutet auf confra ictis; prohibent in o ist zu halten). — 173 Frei schwebt die Erde: negativer Beweis bis 193. — 174 Nur so ist der Lauf der Planeten {subeuntibus astris) unter dem Horizonte erklarlich (per inanid). — 177: lucifer: bei Homer II. 23, 226: £(i)a'.p6pos (ovie {isxa xpoxoueTrXo^ OTTstp aXa xtovaxai tjw^), so auch uoch bei Plato Timaeus 38 D — als Planet, und nachdem man die Identitat von swacpopo? und eaTiepog erkannte, Owacpdpos, lucifer. — 178 inmenso — miissiges epitheton ornans; ich andere inuerso: 'der als Abendstern der entsreoeuKesetzten Seite des Olympus Licht spendete'. — 179 imo deiecta profundo: so Xeuophanes (xyjv y^^v — Ix xoO xaxwxepo) [JLSpoo? zl ^waO-a: und \xi\xt hiz ' depo? p.T^xe Otio xoO oOpavoO 7t£ptex£a9-ac bei Diels
Buch 1, 182-221. 7
d. G. 376 und 565). — 182 gegen Herakleitos und Epicurus (kurz Herakleitos bei Aristot. meteor. H 2, 9: 6 rikioc, veo^ e^' ■^\i.ipr^i eaxtv — w^eitlaufig Lucret. V 659, Servius Verg. Ecl. 1). — In 190 und 192 halte ich quod — monstrant und ortus (H 800) mit o. — 193 et fehlt in I (coll. Yrat.). Dies fuhrt auf oUtus: caelum cum sole perennat (Abschluss der Entwicklung).
194 natura pendentis terrae. Der Beweis wird durch dreifache, mit cum eingeleitete Analogie gefuhrt (195. 198. 200). Die Korrektur in m deutet darauf, dass admiranda verstellt war. Die gewahlte Stellung hat Ellis. — 198 cursmn o, eine Dittographie. Es ist currus zu lesen, zu diesem Bilde passen agitis., seruet metas.
204 — ^235 Kugelform der Erde. — nec patidas distenta plagas: 'nicht gedehnt zu weitor Fliiche' (vgl. U, 253 : cancer patulam distentus in aluum., und ohne in: I 843 procere distenta uteros), also gegen die Ansicht des Auaximenes: tyjv os yriv uXaxelav elvat en^ ixipoc. d)(o\j- lievTTjv, 6(Jioiw; oe v.od xov r^liov -/.od aeXTQVYjv (Hippol. 7, 4. Diels D. 561). — 212 und 213 schliessen den Hinweis auf die Kugelform ab; (dieso Form hat weder Anfang noch Ende — das zweite nec haben o; ncque gc braucht Manilius sparlich — toio ore manet mit Bentl.: 'die ganze Oberflache einer KugeF), wahrend 214 weder in der Form der Vulgata noch mit Anderungen (stellas; figurat) zu brauchen ist. — 215 Es folgen Beobachtungen, welche fiir die Kugelform der Erde sprechen. — 216 canopus Stern erster Grosse im Sternbild Argo; er ist aber uach Hipparch I cap. XI 7ff. nicht erst in Aegypten, sondern bereits 'in den Gegenden um Rhodus' sichtbar, und das gibt auch Plinius N. H. II 178 zu. Housman hiilt daher Nillacas fflr eine dem Metrum zu Liebe gemachte Konjektur, durch welche das haudschriftlich bezeugte ad (1 und m) verdrangt wurde. Nach der Spur in m: ad eiacas (E) oder adeicas (L) schreibt er: ad Heliacas: aber dies Wort ist sonst nicht bezeugt. Sinngemass ware: ad Heliadum ('HXtaSac, die Tcxtoxai von Rhodus vgl. Strabo XV 23; Diodor S. V 56: axoXou- ^(ac, Se xouxoti; [xotg 'HXtaSat?] xt^v vvjaov tepav 'HXtou vo[xtaB"^vat. — Eine alte Corruptel scheint vorzuliegen. — 218 sed quaerent Helicen, quibus ille siipcruenit ignis: richtig nach Huefs Erklarung: qi(orum uerticihus imminet canopus, nicht blos sichtbar wird, sondern kul- miuiert, d. h. siidlich vom Aequator. — 219 laterum tractus -- deuexas orhis regioties (Housman). — 220 terrae ist Subjekt. — 221 glome- rahilis orhis liesse sich halten, wenu man orhis gleich terra setzt. Einfacher ist Gronovs glomeraminis.
8 Buch 1, 222-252.
222 — 229 Mondfinsternis; in 223 und 224 ist die Dittographie von Bentl. beseitigt (terrae). Die Verse 225 und 22C hat c hinter 227, in 1 ist diese Stellung am Rande bemerkt. Sie sind aber nicht zu halten: subieeta, worauf bezogen? medio polo fiir Himmel, ultima luna — etwa der letzte Teil des untergehenden Mondes; luna mit Fliigeln, sich walzend; befremdlicher noch, dass in der Vor- stellung des Interpolators der Mond den ganzen Bogen verfinstert durchlaufen soll, und dass der Westen zweimal (226 und 227) genaunt wird. — 224 und 227 gehoren eng zusammeu; die Ver- finsterung des Mondes tritt in demselben physischeu Momente ein, aber die Zeitrechnung im Osten ist eine andere als im Westen — so bemerkt es Plin. N. H. H 180 hinsichtlich einer Sonnen- und einer Mondfinsternis mit dem Zusatz: quocl si plana esset terra simul omnia adparerent cunctis. — 227 sera — aera: Mitteilung iiber die weite Verbreitung dieser Beschworungsform macht Huet animadv. zur Stelle. — 232 fertur in orhem uentris: technischer Ausdruck uach Vitruv. VIH 6. 5 lenis hicUnatio uentris, entgegengesetzt der geniculi curuaturae acri. — 233 accliuls: Nebenformen nach 2. Declin. sind nur bei decliuis iind procliuis nachgewiesen — also uom. sing. —
235 ex quo coUigitur terrarum forma rotunda: cx quo coUigitur: ein falscher Schluss, wenn er aus 233 gezogen werden soll; hanc in
236 kaun sicli nicht an terrarum anschliessen. Der Vers ist mit Bentl. zu streichen. — 236 — 246 Die Erde ist ringsum bewohnt. Erwahnt sind 239 die Gegenfiissler; wjihrend 242 (entgegengesetzte Tag- und Nachtzeiten) von den Nebenwohnern gilt. — 242 ortus =- sol oriens. — 244 operurn uadimonia: 'die obliegenden Arbeiten.' — 245 uocamus statt des hdschr. viel umstrittenen locamus. — 246 pontus utrosque suis distinguit et alligat undis — Als zwei Inseln betrachtet Manilius die pars arctica und pars austrina (vgl. Plin. N. H. II 66; est igitur in toto suo globo teUus mcdio amhitu praecincta circumfluo mari. 67. 170: sic maria circumfusa undique diuiduo globo partem orhis auferunt nobis, nec inde liuc nec hinc iUo peruio tractu — auch das nach Posidonius) — iibrigens behandelt Manil. dies alles recht obenhin. — 248 diuersa forma erkliirt durch aeris atque ignis terrae pelagique iacentis; willkiirlich ist die Reihenfolge der Elemente geandert, wie auch I 137 und in dem verdtichtigen III 52, aeraque et terras flammamque undamque natantem. iacentis wird durch desidentis erklart, wiirde aber besser zu terrae als zu pelagi passen. Der Vers ist wohl zu streichen. — 252 Die richtige Spur zeigt m
Buch 1, 253-264. 9
(itmlta quocl; et ist spater zugeschrieben, quod durchstriehen, et multa haben Igc); daher Bentleys mutuaque gesichert.
253 altera seit Dufay*): faciatque fcratque: gegenseitiges Geben und Empfaugen. — 255 Aufzahlung der sigua, d. h. der drJ.ccyfi nach fester Anordnung; zuerst der zwolf Tierzeichen. Der Tierkreis wird hier nur kurz angedeutet (257). Die t^woia tragen die Planeten (portant per tempora, im monatlichen Wechsel), von denen nur die Sonne besonders genannt, die librigen durch 259 und 260 blos an- gedeutet werden. Dass die ^wota zuerst genanut werden miissen, zeigt 261: Manilius lehrt nur die Astrologie des Zodiacus, von den Tier- kreiszeichen geht die Wirknni; des Schicksals aus (II, 83: [ratio] ducit ah aethcriis terrcna animalia signis'); die oft genug erwahnte Mitwirkuug der Planeten braucht er hier nicht zu erwahnen; mit 262 nimmt er lediglich das primmnque canentur wieder auf. Zu ut sit primum ergiinze man carminis mei\ und mundi arcem halte ich mit dem alten scholion im C. fiir den Tierkreis, die aetheriae orae Y 10, 11; iiber die Wortstelhiug vgl. Housnian zur Stelle. — Zur Aufzahlung sei bemerkt: 1. Manilius gibt deu griechischen Sternhimmel nach Aratus; erst iu Buch V iinden sich zwei, ev. drei fremde signa. 2. Bei Aratus sind die ^wSca noch iiber die Ekliptik zerstreut; Hipparch stellt sie zusammen, fiihrt sie aber nach den iibrigen aTcXavYj auf. Die Auordnung des Nigidius: 1. Sternbihler des Tier- kreises, 2. Sternbilder ausserhalb des Tierkreises (Boll. Sph. 357) ist auch diejenige des Manilius. 3. Die ganze Aufzahlung vermeidet astrologisches Material ganzlich, zieht auch die Sternensage nur knapp heran, halt sich vielmehr an die naivon iilteren griechischen An- schauungen.
263 x^rinceps Fiihrer der XII signa. — Bei Eudoxus war der Lowe, bei Aratus der Krebs Chorfiihrer; von Griecheu Uisst Geminus, Schiiler des Posidonius, dem Widder die Fiihrung; Manilius. folgt dem Nigidius, der das Principat des Widders durch seine Stellung am Friihlingspunkte begriindet, in welcher er das biirgerliche Jahr II 153: auersus redeundo surgat in arcum — uocantem: im Bilde wendet der Widder den Kopf zuriick nach dem Stier, dieser senkt ihn Jiorausfordernd gegen die Zwillinge (Phoebus und Hercules bei
*) M. Manilii astvouomicou 111. Michael Fayus. Pyrisiis 1670. Als Anhaug: Petri Dauielis Huetii auiraadveisiones ad Mauilium et Scaligeri notas. 1—88 pag. 1679.
10 Rucll 1, 26S-29
Manilias). — 268 attrahit im eigentlicheii Sinne: 'zieht ihn nach sich'. — Die Schereu des Scorpion (yriXixi^ chelae) bilden nach Bratostlienes das bei den Romern iiach Hygin. iihra genannte Zeicheu. Manilius neuut es bakl lihra, bakl chclae. — 270 vgl. Hygin. astron. ni 26 uelut fnittere incipiens sagittam. Uber die verschraukte Wort- stelluug (dirigit uolucrein sagittam et iain missuriis cst) s. Housman zur Stelle. — 271 angusfo sidere fiexus: ^ sitzend mit unterge- schlagenen Beinen hat ein nur kleines Sterngebiet. — 272. 273 inflexa urna — defundit assuetas undas nach m, den Biklern entsprechend (vgl. IV 259 infiexa fontem qui proicit urna).
275 Aufziihlung der iibrigen Fixsterne, und zwar a) der nicht untergehenden am Nordpol, b) der zwischen diesen und dem Tierkreis, c) der vom Tierkreis sikllich liegenden. Yoraus geht bis 293 zur Orientieruiig eine Augabe iiber die Weltachse und beide Pole, ahnlich wie in der auf Posidonius beruhenden Schrift Tcspl xoajiou — fulgentis ad arctos — das arktische Gebiet (vgk zu 567), nicht die beiden erst 296 zu erwiihneuden Baren. Caelum nach m (L), qua mit Scalig. — in 277 nehme ich statt des unbrauchbaren tanium Schraders tendunt (= hin eilen, wie H 495, 794, Y 139) =^-- 'dort wo der Himmel zum Nordpol aufsteigt, kennen die von da herabschaucndeu Gestirne keinen Untergaug, sondern sie kreisen iu stets gleicher Polhohe' (uno in uertice). — 278 handek von der Weltachse: 'dort senkt sich zum diametral entgegeugesetzteu Punkte (diuersa situ) die Woltachse, diese dreht (torquens mit Schrader) die Welt, lonkt sie von doppeltem Augelpunkte aus\ — 283 Weg der Weltachse vom Nordpol zum SiidpoL Nach der geocentrischen, von Posidonius wieder gestiitzten An- schauuug wird sie auch Erdachse (derectus in binas arctos per fcrrae orbem). — 285 ff. umstiindlich wird erlautort, dass sie eiue nur ge- dachte Linie ist (also aaw|jiaTo?) — in 285 kann ei niclit bloiben^ m hatte (kifiir in, also ist wohl zu lesen: stat rohur corporis illi oder stant rohora corporis illi — roh(r der Kern; sie hat gar keine Aus- dehnung, kein Gewicht, keine Beweguug). — 292 hoc dixere axem. — namlich quodcumque in medio cst: — wekhe Etymologie ihm vorschwebt, ist unbekanut, Yorbikl ist Aratus 21 aXXa {xaX' autw; i3c^o)v atsv apYjpsv. — 294 summa tenent eius, erg. axis: unbestimmt, gemeint ist der noch uicht beschriebene circulus arcficus. — 296 nur drei Gestirne rechnet er hierher: Helice, cynosura, draco. Heiicc hat sechs Sterne erster Grosse, cynosura uur zwei, jeue ein grosseres (arcum), diese ein kleineres Sternenfeld (angusto in orhe wie 271). —
Buch 1, 302-331. II
302 orbem = Laud im Gegensatz ziim Meere. — 305—307 amplexus und cingit passt eigentlich nur auf cynosura. Das Sternbild des Drachen (Wachter der Hesperischeu Giirten) liegt zwischen beiden Baren, bieot sich aber um das Viereck des kleinen Baren. — 308 Hunc scil. anguem: circulus arcticus wird erst spater genannt, wiirde auch nicht passen, da einzelue Gestirne hiniiber greifen (arctophylax wird von ihm an der Schulter geschnitten, nach Hygin. IH 3) — medium orhem hier nicht Aequator, sondern Tierkreis (309). Nun aber schilderu 310 — 313 die nordliche gemassigte Zone, fur welche die angegebeueu Greuzen nicht passen. Manilius fiigt hier wie HI 272 ein Stiick geographischeu Wissens aus seiner Quelle, aber an un- passendem Orte ein. — 311 Weder uicina poli noch caeli flammis ist zu halten: auf polo (Pingre) deutet solo in m, fiir caeli ist Phoebi zu setzeu (Schrader). — febi und celi (b und 1 wechselu auch in IV 610 hellum und laeuum) stehen sich nahe. Phoehi flammis — solis cursus (I 373) — 314; 2^''oxiina frigentis arctos: wie bei Aratus (xyjs S^ay/oD scil. 'EAix-qc,) wird zuerst 6 ev yovaor^ genannt, nixa genu species (V 646) — sibi conscia causae: xb |xsv o-jxts iTzl- axaxai d{icpa5 Fabel, steht nicht fest (uach Eratostheues Hercules im Kampf mit dem Hesperiden - Wjichter; andero zahlt Hygin. II 14 auf). — 316 rt tergo namlich 'EXtxY]? (Arat. 01). — Arctophjlax idemque Bootes i. e. appielJatus (Arat. 92), Zwei Namen deuten auf doppelte Auf- fassung des Sternbildes: arctophylax verfolgt die in eiue Bariu ver- waudelte Callisto, urspriinglich = Orion (Hom. II. XVIII 456), als bootes der Pfliiger, Stiertreiber; gemeinsam ist beideu der Blick nach Norden, uach der ursa {dpyaov i)-' tjV y,od stixa^av inivJaioiv xaXeouatv Hom. 1. l.). - — 317 quod — iuucncis: griechische Worte iibersetzt Manilius oder entschuldigt ihren Gebrauch (II 897; II 694). Auf Scaligers Frage cui similis? fehlt bisher die Antwort; es ist mit Bentley fiir similis zu lesen: stimulis uud de more mit iunctis zu verbiuden. — 318 areturus Stern erster Grosse ara linken Schenkel des Bootes. — 319 parte ex alia namlich des Bootes, rechts von ihm der Kranz der Ariadne: eiue Triigerin des Kranzes (V 253) wird hier, wo Manil. dem Arat. folgt, nicht erwahnt. — 320 mncitur una circulus, in media radiat — fronte nach m — 324 at in der Aufzahlung beliebt (319). — lyra diductis (Scalig.), dem Sternbild entsprechend. Die Scliilderung nach Eratostheues (Hygin. II VII). — 331 nomine kennzeichnet das Fremdwort — aber die oranze Stelle
12 Buch 1, 332-348.
ist iibel iiberliefert. lu 331 magnis signis o (Jongis figuris sagt Dufay mit Hinweis auf die Lange der Schlauge, dereu Kopf bis zur corona, deren Schwauz bis zum Adler reicht, Rossetti*) iibersetzt con sue grandi stelle, Beutley uud Housman iinderu: graio nomine uud magnis gyris). Nur der Kopf des Ophiuchus (serpenfarius) ist durch den Stern 2. Grosse Bas Alhague geschmiickt; magnis signis kauu also weder zu serpens noch zu ophiuchus Attribut seiu. — signis ist aber fehlerhaft gesetzt. Denn in eineni Sterubild — signum — heisseu die einzeluen Lichter lumina oder stellae, uicht aber signa. Es fehlt feruer eine Yeranschaulichuug des diuidit, wie sie iu [x^p^d «[icpoTepat S^ScpLO? usTtovetaxac bei Arat. 82 uud bei Cicero d. N. D. II 109 (iu hic pressu duplici palmarum continet anguem') sich fiudet. Ihnen folgend setze ich pugnis fiir signis. Mit kraftigen Faustgriffeu erfasst er die Schlauge am Kopf- uud Schwanzende; die Arme weit ausbreitend teilt er die Schlange gleichsam in drei Teile: wozu? ich setze in 332: diuidit ut (fiir et), nehme torto fiir toto niit Housman aus Cic. 1. 1. religatus corpore torto: cingentem aus m, et aus g in 333: „damit er die mit Wiudungeu ihn umschliugen woUeude, sowie ihre Knoteu und Kreise entwirre (exptlicet et nodos sinuataque terga). Auf dem Sterubikle hiilt er die Schlange gestreckt vor sich, das Schwanzeude ringelt sich hiuter der rechteu Faust, Kopf und Kopf- ende draugt sich durch die linke Faust; respicit (334) uud et redit clusis (Bentl. uach Y. 363 — doch ist effusis vielleicht mit Housmau zu halteu). — iu 332 hatte 1 eiue Liicke (]| etu), w-elche g mit itq. etiam sehr uugiiicklich ausfiillte. — 338 pretium als Appositiou zu proxima sors oder als allgemeiues Object zu imposuit durch 1 uud m o-esichert. — 341 uolitat in alas diductas (Housman): in mit acc. bezeichuet Absicht oder Resultat der Handluug — eine gewohnliche Construction bei Mauil. — z. B. in regnum oris florentes lY 687 uud oft. — 342 ff. sagitta uud aquila — assueto o, daher mundo mit Beutl. — Auf Sterubiklern tragt der Adler Pfeil, Schlauge oder Blitz. — 347 oceani decus als Retter des Ariou. — 348 equus, das himmlische Ross, der Pegasus, gefltigelt bei Ovid, Manilius (Y. 634) uud Germanicus. Sein weit ausgedehntes Feld reicht vom Delphin bis zur Andromeda. An diesen Nameu kuiipft eiu luterpolator eine Notiz iiber Perseus an, die metrisch (^Ferseus drei- silbig) und sachlich (eripit) uubrauchbar ist. Cepheus, Cassiopea,
I
*) Versione Italiaiui. Li))io prirau. Roma — Milano 1905.
Buch 1, 348-355. 13:
Andromeda, Perseus werden (354 — 360) zusammen behaudelt. Auf Pegasus folgt vielmehr das Dreieck, und zwar iniquo divisum spatio. Namlich die Sternbilder vom Schwau bis zum Pferde standen dichtgedrangt; nuu folgt durch grosseren Raum getrennt (inlquo = inaequali) das Dreieck; Andromeda und Fische liegen da- zwischen. Deu griechischen Namen deltoton rechtfertigt Maniliu& nicht blos durcli den Zusatz nomine sidus, sondern schildert auch die Delta-Form — ex simili dictum. Dass aber diese Schilderung* dem Nameu vorangeht, nicht an ex simili dictum sich anschliesst, veranlasste Jacob*) die Worte quod — paribus auszustossen. Ich ziehe vor, sie hiuter ex simili dictum zu stellen uud festzuhalten, zumal Aratus und Cicero sie ausfiihrlich geben, Germanicus 227 sie uachzuahmen scheint: tres illi laterum ductus, aequata duorum sunt spatia, unius hrevius, sed clarior ignis — , kann aber weder tertia lampada (o), uoch tertia lampade (Jacob?), weil man doch ein linea uicht hinzudenken kann, oder terna lampade praestans (Housman), „durch dreifaches Licht" empfehleu — drei Sterne dritter Grosse kennt Manil. V. 715, diese setzt aber Hygin. HI 18 an die drei Eckeu, uud Aratus 1. 1. sagt unbestimmt: Tcepl yap TiioXecov sOaatspd^ eaxtv. (Die Figur bei Dufay zeigt sechs Sterne, was hier nicht inbetracht kommen kann). Vielleicht geniigt, was Housman erwahnt: cui lampas tertia dispar — falls man nicht mit Ellis**) die gauze Erklarung streicheu will. — 354 Angeschlossen an succedit in knappster Aufzahhing die vier Hauptgestalteu der Andromeda-Sage — ausfiihrlich iu Lib. V nach dem Euripideischen Drama behandelt. Cepheus, der Konig mit dem Scepter, ausschreitend — der Opferzug ist beeudet — Cassiope, die Konigin, bleibt weinend zuriick (Tcatoos eueiysTac stowXoio oslXyj Arat. 653); die gefesselte Tochter schaut zitternd auf das sich nahende Verderben, eudlich Perseus in der Wolke, mit falx uud dem Meduseuhaupte zur Hiilfe bereit. lu 355: in poenas signata suas: 'so abgebildet, dass man ihre Schuld und Strafe erkeunt' (Cic. Arat. 442 ff.: gnatam lacrimosa requirens fertur: nam uerso contingens uertice primum terras, post humeris euersa sede refertur — Jianc illi trihuant poenam Nereides — Hygin. A. p. II c. 10: inter sidera sedens — constituta est, quae propter impietatem resupinato capite ferri uidehatur) — relicta Bentl. : iuxta relicta deflet metuentem pristis (Bentl.) hiatus. —
*) Ausgabe. Berlin 1846. **) Ellis, Noctes Manilianae. Oxouii 1891.
14 Bucll 1, 358-371.
358 Perseus im Sternbilde eilend, iu der Rechten das Sichelschwert, iu der Liuken das Medusenhaupt halteud, mit Fliigelschuhen aus- gestattet (Y. 594). — in 358 geben Igc ?'«, nc m p. M, ni haben nur V. 1 und 2. ni vermutete schon Scaliger-, Jacob und Housman leseu so. Gegeu wi, das am geriugsten beglaubigte, gilt immer noch Bentleys illud ni hoc intus se hahet, lihercdam esse Atidromedam und zu mctuentem: si nunc ynetuat, frustra infert ni, quod est prohi- hentis metuere. Zu Scaligers ne bemerkt Huet, metuentem ut sei sachlich richtiger. Ich bleibe bei dem hdschr. gut bezeugten in und bei feruet g fiir seruet. In ueterem — caelo quoque feruet amorcm — dies stellt Manil. als Tatsache hin (wie z. B. V. 71. 72); iuuet und sustineat wahlt er, insofern aus Stellung und Haltung des Perseus im Bilde sich eutnehmen lasst, dass er gegebenenfalls den Kampf wieder aufnehmen mochte.
361 nixo tauro: eutsprechend H 259: succidit in curuo claudus pede^ — 3G2 lieniochus, auriga — im Stenibild auf demWagen, die Ziigel haltend, an seiner linken Schulter erscheint die capella, iu der linken Hand die Bocklein (haedi), jene durch einen, diese durch zwei Sterne kenntlich. In der Sternsage, der Manilius folgt, ist es Erichthonius, der erste Leuker eines Viergespannes (Hygin. A. II, 13, Vergil. Georg. III 113), daher primum in 363. — Locker schliessen sich ihm an (hunc aus U) subeunt haedi und capella, jene schliessen das Meer — ihr Fruhaufgang (II Kal. oct. nach Plin. N. H. 18, 313) bezeichnet die Zeit der heftigsten Aequinoctialstiirme (Kiessling zu Hor. C. III 1. 28) — claudentes — die gewohnliche Form ist bei Manilius die haufigere — capella Jupiters Ernahrerin (Hygin. II 13). — 371 die locker an- o-efiio-ten Pleiaden uud Hyaden konnen wir nicht entbehren, da sie in Buch V eine wichtige Stelle einnehmen. Wie unzweckmassig die Scheidung der Gestirne — nordlich und sudlich vom Zo- diacus — ist, zeigt sich hier; aber Pleiaden und Hyaden ge- horen in das Sternbild des Stieres, fallen also nicht ausserhalb des Tierkreises (vgl. zu 257). Jene — die sieben Tochter des Atlas und der Pleione stehen auf dem Nackeu; diese, (iiber sie Hygin. II 21), fiinf oder sieben Sterne auf seiner Stirn — der hellste, Aldebaran, im linken Auge sind also iura (1) fauri. Nun geht die Ekliptik zwischen den Hornern des Stieres durch, sodass die Pleiaden zu den nordlichen Gestirnen zahlen konnten, nicht aber die Hyaden. Ungenau ist also 372 haec sunt aquilonia signa uud in hoream scandunt.
Buch 1, 373-39G. 15
373 Es folgen die unterhalb des Tierkreises aufgeheuden Gestirne; V7ie 310ff. kniipft Manil. auch hier Belelirungeu iiber die Zonen au, die zur sphaera nicht gehoren. Er teilt ein: 1. 374 Gestirne iiber der heisseu Zone, 2. Gestirue zwischen {inter 375 Honsman) dem Wendekreis des Steinbocks und dem circulus antarcticus (audeutend sagt er: mundum (g) axe imo sulmixum^ weil die Parallelkreise erst spater behandelt werden, und schliesst eine Bemerkuug iiber die siid- liche Halbkugel au, ankniipfend an vs. 236 ff. uud aus der gleichen Quelle schopfend: — 380 7-egna — spectantia diuersas umhras — die dvxLaxcot — laeuamque cadentia signa (der accusativ ohne in ware wie in 204 zulassig, aber laeuaque ist vollig bezeugt) — wenn die Bewohner das Gesicht dem Zodiacus zuwenden, haben sie Westen liuks, Osten rechts. — 382 Der siidliche Sternhimmel uach Zahl und Glanz nicht nachstehend: nascuntur in orhem: 'treten sichtbar in den Horizont eiu'. — 385 und 86 sollte man dem Dichter uicht zuschieben: astro mit augusto als Adiectiv oder Augusto als Apposition zu ver- binden, ist sehr bedenklich: man mag astro bildlich nehmen, ihm gleich das zweite Bild (sidus) zugesellen; dann erhalt mau astro^ quod sidus contigit, oder mit Bentley: Augusto, qui sidus contigit; sodann ist in dem nachlassig gebauten 386: maximus auctor unverstandlich, (richtig sagt Germanicus Arat. tu nohis genitor, tu maximus auctor scil. caryninis). Eiue Schmeichelei fiir den vergotterten Augustus bilden die Worte nicht: beide Yerse sind wohl aus poetischen Kemini- scenzen zusammeugeschmiedet uud erinnern an das Machwerk IV 776 qua genitus Caesarque meus nunc possidet orhem. — Nach ihrer Beseitiguug ist klarer Zusammenhang da: cetera non cedunt bezieht sich auf die signa horealia-, sie werden alle vom Oriou iiberstrahlt. — 392 inmersus Scal. statt immensus: die Grosse seiner Sterufelder ist durch 388 und 389 sattsam geschildert. Das durch schwachere Sterne bezeichnete Haupt des 0. taucht gleichsam ein, tritt ziiriick (suhducto iiultu — fiir recedant statt recedunt spricht nichts). — 395 Sein Stand ist auf dem Aquator, daher complexus totum mundum: ihm folgen die in der Sternsage auf ihn bezogenen Gestirne, le^yus zu seiueu Fiissen, hinter ihm der grosse und der kleine Hund, vor ihm der anstiirmeude Stier. — 396 die viel besprochene Stelle diirfte von Housman klar gestellt sein. Nach ihm spricht Manilius hier (iibrigens nur hier) vou dem Abeud-Auf- und Untergang der cauicula. Der Abenduntergang des Huudgestirues fallt Endo. April (Verg. Georg. I 217: candidus auratis aperit cum cornihus annum taurus et auerso
16 Blicll 1, 398-428.
cedens canis occidit astro — Plin. N. H. 18, 285: in IV Kal. Mai. eanis occidit; daher deserit orhem soli uacimm, 'die Erde der Sonnen- glut preisgegeben'. In 398 sei von dem Abendaufgange die Rede: mmc (nec o) liorrida frigore surgit (1 c m, sacuit g), der um die Kalenden des Januar erfolge. Dieser Abend-Aufgang sei 401 ff. — hanc qui surgentem, primo cum redditur ortii — speculantur — gemeint. Dariiber sagt Cic. de diuin. I 130: esse censet [Posidonius] in natura signa quaedam rermn futurarum. Ceos accejnmus ortum caniculae diligenter quotannis solere seruare, coniecturamque capere, ut scribit Heraclides Ponticus, saluhrisne an pestUens annus futurus sit. Diese Beobachtung sei anfangs Januar zweckmassig gewesen, iiberfliissig aber zurzeit des Friihaufganges unter dem Zeichen des Lowen (in der Erntezeit). — 402 a uertice Tauri: in honorem Arati qui cum Cilix esset ad radices montis Tauri habitabat Scal. — 409 frigida lumina: Strahlen, die uur leuchten, nicht warmen. Ahulich I 647 und II 942. — 414 emeritum — der passive Gebrauch ist auch sonst belegt. — acta = iactata — periclis und seruando deos (heroas) weiseu auf einander hin, — 415. 416 anguis: das allgemeinere Wort hier wie I 306; die eigeutliche Bezeichnung ist hydra (Wasserschlange), wie serpens die Schlange des ophiuchus, draco der Wachter am Nordpol zwischen den beiden Baren. — squamea lumina: Bentl. andert tergora, naher lage doch tegmina. Es ist aber nichts zu andern : squamea lumina ist gleich squamae lucentes scil. stellis, uud ganz ahnlich steht V. 258: Tyrias imitata papauera luces. — 417 ales = coruus, Phoebo sacer vgl. Hygin. A. II 40 — una gratus laccho crater: die dicht zusammenstehenden Sternbilder coruus und crater werdeu in der Sternsage bald verbunden, bald wie hier getrennt. — 418 zweimal kommt ein Centaur am Himmel vor, der Sehiitze, sagitta- rius im zodiacus, uud der siidliche Ceutaurus, als Cheiron gedeutet; er triigt ein •8'Yjptov, Jagdbeute oder Opfertier {hic dextram porgens. quadripes qua uasta tenetur Cic. Phaen. 455), welches er zur ara bringt — dem eigenen Heiligtum des Himmels (ipsius scil. mundi); vor ihr waltet Zeus (V. 344) als Priester. — 421 gigantes: semiferi, serpentipedes ; mit widerwartigem Gesicht: hieran schliesse ich den an jetziger Stelle unbrauchbaren Vers 429: discordes uultu pcr- mixtaque corpora partu. — 425 von crederet hangt uerti naturam omnem ab, ^'■on cerneret surgere terram, crescere montes. Richtig daher ut uerti — crederet Housman, und altis (in 426) Ellis statt aliis. — 428 arma importantis et rupta matre creatos sucht Housman zu
Buch 1, 430-453. 17
retten: 'coUcs important arma et partus' ; mit Recht verwirft Bentl. den Vers als eine ungeschickte Wiederholung von 421ff. — 430 pestiferum Scal., aut Jacob, norat Beutl. — 433 cetus o Dem griechischen XYjTog eutspricht lat. cetus, cetos. cetum, samtlich Neutra. Manil. hat cetum Y 15, und V 657 sidera ceti, hoc trahit; cete plur. bei Dichtern und Plin. (der einmal 32. 10 heteroclitisch cetos bietet). Auch bei Hygin. II 71 sprechen die Hdschr. fiir das Neutrum: cetus als mascul. ist nirgends sicher nachgewiesen. Daneben konnte weder similis noch qualis in 435 und 436 bleiben. Ich schreibe daher pristis, welches durch die Randglosse cetus verdrangt sein diirfte. Dann verbleibe 435 als eine direkte Nachahmung von Vergil. Aen. XII 753: at uiuidus umber haeret hians iam iaynque tenet similisque tenenti increpuif malis. — 438 ff. nofius piscis und flumina. Der siidliche Fisch mit dem hellen Stern im Rachen fangt das Wasser aus der urna des aquarius auf; er wird mit dem als Doppelfluss gedachten Eridanus (Jiumiyia) in Verbindung gebracht. Der Eridanus, eine lauge Sternreihe, beginnt am linken Fusse des Orion, geht zum Walfisch, ist hier als so fortgesetzt gedacht, dass die vom aquarius ausgehenden Fluten der Miindung eines der beiden Fliisse zustromen (Boll. sphacra S. 136): so vereinigen sich beide Gestirne. Zu lesen ist iuncta und cdterius (gm) statt cuncta (o) und ulterius (Ic).
443 Wiederholung aus 373ff. — arctosque latentis ^ axe imo, Siidpol und siidliche Polarzone. — 444 Dass die Achse unbeweglich ist, hat Manilius oben ernstlich bewiesen; die arcti lafentes, Baren oder Pol, sollten die Achse hier drehen? Dass Germanicus 227 ahuliches behaupte, ist nicht zu erweisen : auch er kennt mit Aratus die Achse als unbewegliche. Der Vers diirfte eingeschoben sein. — 447 ultima: scil. astra^ die nie sichtbar werden, sich stets um den Siidpol be- wegen. — 449 cardine uerso — referunt: sie zeigen am Siidpole (vgl. II 929) ein Abbihl des nordlicheu Polarhimmels (innixa ScaL: das Bild wird mit fultum 455 wieder aufgenommen). — 453 credimus exemplo — Die phantastische Vorstellung, dass beide Baren und der Drache sich auch am Siidpole finden, eignen die Stoiker sich an: aus gleicher Quelle sagt Seneca N. Q. III 16 4 crede infra, quidquid uides supra. — uersas frontibus: nicht etwa auersas, dann wiirden sie dos a dos gehen, noch auch aduersas (vis-a-vis). Verschieden ist die Richtung ihres Blickes nach 303 non paribus positae sunt frontibus; hier etwa: utraque frontem uertit in alterius cauda. — 453 verbinde -^ h.unc (i. e. imum, de quo nunc agimus) orbem caeli
Maniliiis. 11. 2
18 Buch 1, «6-502.
uertentis quamuis fugientia uisus sidera — fultum cardine tam simili quam uertice pingunt; — fugientia verlangt der Zusammen- hang; cardine und uertice =■- Pol; dass cardine hier der Siidpol ist, lehrt fultum; pingunt (pingit o) erg. globormn artifices. — quam uertice ein abgekurzter Vergleich: ahnlich wie wir es beim Nordpole sehen. — 456 Diese Gestirne haben gesonderte Felder, fiillen die ganze Fixsternsphare aus, iiber die sie sich erstrecken (deducta). —
460 Die Constellationen sind nicht vollig ausgefuhrte Bilder (deficiat nihil aiit uacuum qua lumine cesset — aus nihil erganze zu cesset ein quidquam: 'an irgend einer Stelle im Lichte zuriickbleibe'). —
461 Derselbe Gedanke Y 743. — 463 natura oneri pepercit., cui succu- hitura fuif nisi pepercisset. — 464 formas disiungere tantum — durch deutlich hervortretende Sterne die Gestalten von den iibrigen ab- zusondern und als Sternbilder kenntlich zu machen. — 467 resptondent und creduntur: 'entsprechen einander' und 'gehoren zu\ insofern sie durch Linien verbunden sind. — 469. 470 Aus ra ist in 470 lumina (luna 0)), weil fiir cerfa nitenf ein Subjekt fehlt. fiir cum fum ein- zusetzen. — caedifur (Ig) lasst sich halten: dem Sinne diirfte condifur (I2 ra) mehr entsprechen. — 471 sfellarum uulgus, sine nomine signa — stellae einzelne leuchtende Korper, aus denen sich signa zusaramen- setzen. Hier aber sind es die kleinen, beira Yollmond verschwindenden Sterne; mit ihnen verschwinden denn auch die kleinsten — nicht mit aufgezahlten — signa. — 472 pura Scal. u. Bentl. wegen 473. Zum Ganzen vgl. Y 737 ff. — 476 oriuntur in luces: so, dass sie die ihnen gewiesenen Tage innehalten. — 480 ff. aut hreuius Bentl. fiir et leuius: nie wird ihre Bahn weiter (laxius = liherius), nie enger. — 482 uice im Gegeusatze zu specie^ 'in ihrer Leistung',
483 — 531 Langeren Abschnitten techuischer Belehrung lasst Manil. philosophische Digressionen folgen: hier die stoische Lehre von der Ewigkeit der Welt. Sie beruht darauf, dass Gottheit und Welt zusammenfallen. — 483 tam praesens ratio: 'ein so augenscheinlicher Beweis'. Ein quam folgt nicht; sondern wie in Parenthese die langere Widerlegung der Epikureer. — 489 aetheraque inmensis finibus: zb Se %£v6v (ZTisipov xto [xzyi^zi (Aet. plac. I 18 3 Diels D. 316) — 07-hes (= mundos) fabricantem alios, alios soluenfem nach Epikurs Lehre.
501 uerterunt Pergama: wie V 34 uertere lolcon (inutauit ColcJion lolco Scal.) und IV" 80 uertere Troiam — lenkten ihre Fahrt nach Troia' — Zur Fahrt war Arctos und Orion zu beobachten, nicht aber zur Zerstorung (gegen Dufay). — 502 arctos: diese Form Y 694
Bach 1, 505-558. 19
ilurch 0, hier durch m gesichert, Helice. Zur Sache vgl. Hom.
